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Politik

EHEC-Neuerkrankungen vor allem durch Mensch-zu Mensch-Übertragungen

Freitag, 24. Juni 2011

Berlin/Hannover – Die gefährlichen EHEC-Erreger werden nach Angaben des niedersächsischen Ge­sund­heits­mi­nis­teriums derweil vor allem von Mensch zu Mensch übertragen. Die noch gemeldeten Neuerkrankungen gingen meist auf Sekundärinfektionen durch Haushaltangehörige zurück, sagte am Freitag ein Ministeriumssprecher und betonte, es gebe keine neue EHEC-Welle. Über ihr weiteres Vorgehen in der EHEC-Krise wollen am Montag Vertreter von sieben Bundesländern im mecklenburgischen Boizenburg sprechen.

Auch der Präsident des Landesgesundheitsamtes in Hannover, Matthias Pulz, erklärte, im Zuge der EHEC-Welle seien bundesweit weit über 3.000 Menschen erkrankt. „Bei so vielen Erkrankten gibt es zwangsläufig immer mal Übertragungen von Mensch zu Mensch“, sagte Pulz. „Dass ist die wahrscheinlichste Erklärung dafür, dass die Neuerkrankungen nach der Beseitigung der Quelle nicht schlagartig abbrechen.“

Länder beraten über Entschädigungen für Bauern nach EHEC-Krise
Bei dem Treffen am Montag mit Vertreter aus sieben Bundesländern geht es vor allem um Entschädigungen für Landwirte, die ihr Gemüse wegen der Angst vor dem Darmkeim nicht mehr verkaufen konnten, wie eine Sprecherin der Landesregierung in Schwerin erklärte. Zugesagt hat auch der niedersächsische Verbraucherminister Gert Lindemann (CDU).

Außerdem werden Vertreter aus Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Hamburg und Bremen erwartet. Bundesweit wird der Schaden bislang auf 16,7 Millionen Euro beziffert. Die NRW-Landwirte tragen davon rund drei Viertel (zwölf Millionen Euro). Mehr als 2.600 Tonnen Tomaten und Gurken mussten allein in NRW wegen der eingebrochenen Verbrauchernachfrage entsorgt werden. Zudem wurden 39 Tonnen Salat auf über 560 Hektar Fläche noch auf dem Feld vernichtet, wie Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) in Neuss sagte.

Keine EHEC-Erreger im Frankfurter Erlenbach mehr
Dem Robert-Koch-Institut wurden von Mittwoch auf Donnerstag 29 neue Erkrankungsfälle in Deutschland übermittelt. Seit Ausbruch der Epidemie Anfang Mai erkrankten den Angaben zufolge damit bundesweit 3.717 Personen an EHEC oder HUS. 43 Personen starben bislang im Zusammenhang mit dem gefährlichen Darmkeim.

Unterdessen scheint die Gefahr von EHEC-Erregern im Frankfurter Erlenbach gebannt. In einer zweiten Probe wurden keine EHEC-Erreger mehr nachgewiesen. Der gefährliche Typ des Erregers war in der vergangenen Woche in dem Bach im Nordosten Frankfurts nachgewiesen worden. Eine Verbindung zwischen dem Fließgewässer und der Trinkwasserversorgung besteht nach Ministeriumsangaben aber nicht. © dapd/aerzteblatt.de

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promisit
am Montag, 27. Juni 2011, 08:30

immer noch nichts dazugelernt

Der Vertreter des NLG hat sich mit der Aussage, dass EHEC vor allem von Mensch zu Mensch übertragen, auf die gleiche Schiene begeben, wie die Bundesinstitute mit den 4 Gurken !
Wie wäre es denn mit einer anständigen Ursachenforschung und einer fairen Aufklärung der Verbraucher, wenn ein Ergebnis vorliegt?.
Tatsache ist, dass die Verbraucher durch die Verfahren der Mast und Verwertung der Ausscheidungen und Reste künftig ständig dem latenten Risiko von EHEC ausgesetzt sind. Dabei kann sich immer auch ein evtl. hochresistenter Stamm bilden und verbreiten.

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