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Medizin

Therapie verdoppelt krankheitsfreie Zeit beim Mantelzell-Lymphom

Mittwoch, 29. Juni 2011

Köln/München – Eine Erhaltungstherapie mit dem Antikörper Rituximab verdoppelt die Dauer der Krankheitsremissionen bei Patienten, die mit einer Immunchemotherapie gegen Mantelzell-Lymphom behandelt wurden.

Das zeigen die ersten Ergebnisse einer europaweiten Studie, die das Europäische Mantelzell-Lymphom Netzwerk (EMCLN) auf dem Kongress der European Hematology Association im Juni in London vorgestellt hat.

Das Mantelzell-Lymphom ist eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems, bei der sich bösartig veränderte Zellen in den Lymphknoten, dem Knochenmark, der Milz oder im Blut ausbreiten.

Die meisten Patienten, die an einem Mantelzell-Lymphom erkranken, sind älter als 60 Jahre. Aufgrund ihres oft schlechten Gesundheitszustandes können sie sich keiner hochaggressiven Therapie unterziehen.

Mittels einer Erhaltungstherapie versuchen Ärzte, die krankheitsfreie Zeit bis zum Wiederauftreten des Mantelzell-Lymphoms auszudehnen. Als wirksam galt laut dem EMCLN bislang der Wirkstoff Interferon-alpha, der allerdings mit starken Nebenwirkungen verbunden sei. Dass der als besser verträglich geltende Antikörper Rituximab nicht nur eine Alternative zur Interferon-alpha-Gabe darstellt, sondern auch die krankheitsfreie Zeit von MCL-Patienten erheblich verlängern kann, belegt dem Netzwerk zufolge nun eine Zwischenauswertung der sogenannten MCL-Elderly-Studie des EMCLN.

„Diese überzeugenden Daten etablieren einen neuen Therapiestandard beim Mantelzell-Lymphom“, sagte Martin Dreyling vom Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universtität München die Ergebnisse. Erstmals gelinge es, auch bei älteren Patienten eine vormals aggressive Erkrankung in einen eher chronischen Verlauf zu überführen.

Für die Studie wurden mehr als 500 Patienten aus acht europäischen Ländern eingeschlossen. Sie erhielten als Primärtherapie nach dem Zufallsprinzip entweder acht Zyklen R-CHOP, das ist eine Immunchemotherapie bestehend aus den Wirkstoffen Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubin, Vincristin und Prednisolon oder sechs Zyklen R-FC, das ist eine Immunchemotherapie bestehend aus Rituximab, Fludarabin und Cyclophosphamid.

Jene 308 Patienten (61 Prozent), deren Mantelzell-Lymphom durch diese Therapien ganz oder teilweise zurückgedrängt wurde, erhielten anschließend entweder eine Rituximab-Erhaltungstherapie (eine Injektion alle zwei Monate) oder eine Erhaltungstherapie mit Interferon-alpha (eine Injektion pro Woche). Beide Erhaltungstherapien wurden gegeben, bis die Krankheit wieder aktiv wurde.

Eine erste Zwischenauswertung, in die die Daten von 223 Patienten eingegangen sind, ergibt einen deutlichen Vorteil für jene Patienten, die als Erhaltungstherapie Rituximab erhalten hatten: Ihre krankheitsfreie Zeit betrug 51 Monate, gegenüber 24 Monaten der mit Interferon-alpha behandelten Patienten.

Besonders bedeutsam zeigte sich dieser Unterschied für jene Patienten, die eingangs mit R-CHOP behandelt worden waren: Nach drei Jahren betrug das Gesamtüberleben dieser Patienten 85 Prozent nach Rituximab, gegenüber 70 Prozent nach Interferon. Die Ergebnisse wurden während des „EHA-Presidential Symposium“ präsentiert. © hil/aerzteblatt.de

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