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Medizin

Mikro-Bluttest auf HIV und Syphilis

Montag, 1. August 2011

New York – US-Ingenieure haben ein etabliertes Nachweisverfahren für Proteine so weit miniaturisiert, dass es im mobilen Einsatz zu vertretbaren Kosten auch in entlegenen Regionen eingesetzt werden kann. In einer ersten Feldstudie in Nature Medicine (2011; doi: 10.1038/nm.2408) wurde der „mChip“ bei Schwangeren in Ruanda erfolgreich zur Diagnose von HIV und Syphilis eingesetzt.

Der „mobile microfluidic chip“ beruht auf dem „Enzyme Linked Immunosorbent Assay“ (ELISA). Dieses antikörperbasierte Nachweisverfahren für Proteine ist heute Standard in jedem Labor. Im Unterschied zu den dortigen Instrumenten ist das Nachweisgerät, das Samuel Sia von der Columbia Universität in New York und Mitarbeiter entwickelt haben, kaum größer als das Lesegerät einer Kreditkarte.

Es analysiert kleinste Blutproben, die auf der „Kreditkarte“ aufgetragen und dann in das Gerät geschoben werden. Die Ergebnisse liegen nach wenigen Minuten vor. Das Lesegerät kostet Sia zufolge etwa 100 US-Dollar. Für die nur einmal verwendbare Karte fällt etwa ein US-Dollar pro Stück an. Dafür können aber bis zu zehn Untersuchungen an einer Blutprobe durchgeführt werden, wobei ein Mikroliter Vollblut als Ausgangsmaterial ausreichen soll.

Der „mChip“ arbeitet zwar nicht perfekt, aber für Gegenden, in denen sonst keine Laboruntersuchungen möglich sind, scheint die Genauigkeit jedoch ausreichend zu sein. Sie betrug in einer ersten Feldstudie in Ruanda für HIV-Infektionen 95 Prozent und für den Nachweis einer Syphilis 76 Prozent, berichtet die Gruppe um Sia jetzt.

Die Firma Claros Diagnostics, die Sia 2004 gegründet hat, hat bereits einen PSA-Schnelltest entwickelt, der im letzten Jahr ein europäisches CE-Zertifikat erhielt. Das CE-Zertifikat zeigt allerdings nur, dass das Gerät zuverlässig misst, was allerdings nicht gleichbedeutend ist mit einem sinnvollen Einsatz im klinischen Alltag.

© rme/aerzteblatt.de

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