Vermischtes

Herz­trans­plantationen: Extreme Belastung für die Psyche

Dienstag, 30. August 2011

Berlin – Eine Herztransplantation, die Implantation eines Kreislaufunterstützungssystems „Kunstherz“ oder eingreifende Herzoperationen stellen für schwer herzkranke Patienten nicht nur körperlich, sondern auch seelisch eine extreme Belastung dar.

Ein junger Mann mit angeborenem Herzfehler beispielsweise, Patient am Deutschen Herzzentrum in Berlin (DHZB), war acht Monate an ein Kunstherz angeschlossen, bevor ihm ein Spenderherz implantiert werden konnte. Er litt in dieser Zeit an Angstzuständen, Panikattacken und Depressionen. „Ich konnte den kompletten Kontrollverlust, die Ohnmachtsgefühle kaum aushalten“, sagte er.

Besonders belastend empfand er die Wartezeit auf ein Spenderherz, weil unklar war, wie lange es dauern würde. Aufgrund der zurückgegangenen Spenderbereitschaft könne dies, auch bei Kindern bis zu einem Jahr dauern, berichtet Felix Berger, Direktor der Kinderkardiologie am DHZB.

Sehr häufig benötigten auch die Eltern der Betroffenen psychologische Unterstützung.  Dank der psychologischen Betreuung und psychopharmakologischer Behandlung überstand der junge Mann die belastende Zeit.

Am DHZB wird die psychosomatische Begleitung bereits seit 1987 angeboten. „Das Konzept hat sich über die Jahre als außerordentlich erfolgreich erwiesen“, betont Wolfgang Albert, der die Psychosomatische Medizin dort leitet. Um mehr Fachkräfte auszubilden, hat das DHZB in Kooperation mit der privaten Steinbeis-Hochschule in Berlin jetzt einen zweijährigen Master-Modellstudiengang „Medical Psychology“ entwickelt, der sich an Psychologen mit Bachelor-Abschluss richtet.

In enger Verzahnung mit dem Deutschen Herzzentrum  sollen die jungen Psychologen die Folgen von körperlichen Erkrankungen und die Nebenwirkungen von Medikamenten für die psychische Gesundheit in der Praxis kennenlernen. Die ersten Studenten nehmen ihr Studium im Oktober auf. © pb/aerzteblatt.de

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polmu
am Dienstag, 30. August 2011, 21:28

An was würden diese Menschen wohl leiden,

wenn keine Transplantation, gleich ob mit oder ohne vorheriges KUS, in Aussicht stünde?

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