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Medizin

Erblindungen durch Avastin-Injektionen

Mittwoch, 31. August 2011

Rockville – Die „Abzweigung“ des Krebsmedikaments Avastin® für die Behandlung von Augenerkrankungen, die aufgrund der hohen Kostenersparnis attraktiv ist, birgt ein gewisses Risiko. Die FDA berichtet über 16 Patienten, die nach der Injektion kontaminierter Präparate schwere Augeninfektionen bis hin zur Erblindung erlitten.

Der Avastin®-Wirkstoff Bevacizumab ist weitgehend identisch mit dem Lucentis®–Wirkstoff Ranibizumab, der zur Behandlung von Makulaerrankungen (feuchte altersbedingten Makuladegeneration und diabetisches Makulaödem) zugelassen ist. Der Preis beider Präparate ist (grob betrachtet) gleich, doch die Wirkstoffmenge in den Durchstechflaschen von Avastin® ist zigfach höher als bei Lucentis®.

Die „Abzweigung“ von Avastin® spart viel Geld, und sie ist nach Einschätzung vieler Experten Studienlage ohne wesentliche Nachteile. Vorausgesetzt der Apotheker arbeitet unter strengen aseptischen Kautelen. Dies war zumindest in einem Fall in den USA nicht der Fall.
 

In einer Apotheke in Hoolywood/Florida, wie die New York Times erfahren haben will, ist es beim Aufziehen der Injektionen zu einer Kontamination mit Streptokokken gekommen, mit schlimmen Folgen für 12 Patienten. Sie erkrankten an einer Endophthalmitis. Die bakterielle Entzündung hat bei allen Patienten, den Restvisus verschlechtert, einige seien sogar vollständig erblindet, berichtet die FDA.

Laut der New York Times sind auch in Tennessee vier Patienten erkrankt. Sie waren in einer Veteranenklinik behandelt worden. Auch dort muss gespart werden. Einige Patienten erwägen jetzt Klagen. Der Schadenersatz dürfte die Kosteneinsparung durch die Portionierung um ein vielfaches übertreffen.

© rme/aerzteblatt.de

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