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Politische Gefangene der DDR leiden unter psychischen Langzeitfolgen

Freitag, 2. September 2011

Gießen – Viele ehemals politisch Inhaftierte der DDR leiden noch immer unter den Folgen ihrer Gefangenschaft. Das ist das Ergebnis einer Langzeit­studie der Universität Zürich an 150 Betroffenen, die jetzt auf der Tagung „Folgen der inter­personellen Gewalt“ in Gießen vorgestellt wurde. Demnach haben mehr als zwei Drittel aller Befragten zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens unter einer post­traumatischen Belastungs­störung (PTBS) gelitten.

Viele Betroffene berichteten laut Studie von Angstzuständen, innerer Unruhe und dem Wunsch nach Vergeltung für die erlebten Misshandlungen. Bei den meisten Studienteilnehmern lagen die traumatischen Erlebnisse zu Beginn der Erkrankung allerdings bereits Jahrzehnte zurück.

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass die Langzeitfolgen politischer Inhaftierungen in der DDR auch in der Zukunft ein relevantes Thema bleiben werden", erklärte Andreas Maercker, Studienleiter und Leiter der Fachrichtung Psychopathologie und klinische Intervention an der Universität Zürich.

Nur die wenigsten Opfer der SED Diktatur hätten nach der Haftentlassung psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen. Der Studie zufolge berichteten viele Betroffene, dass sie nicht oder nur unzureichend psychologisch betreut wurden. Inzwischen habe sich die Situation bezüglich adäquater Therapieangebote bereits maßgeblich verbessert, so die Autoren.

Dennoch bestehe auch aktuell noch Verbesserungsbedarf bezüglich spezifischer psychotherapeutischer Angebote für Opfer der SED-Diktatur. „Die Forderung der Betroffenen nach Hilfsangeboten und nach einer angemessenen öffentlichen Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit sollte daher unbedingt unterstützt werden“, betonte Maercker.

© hil/aerzteblatt.de

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