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Medizin

NSAID erhöhen Schlaganfallrisiko

Freitag, 21. Oktober 2011

London – Seit einigen Jahren mehren sich die Studien, die einige nichtsteroidale Antiphlogistika mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko in Verbindung bringen. Die jüngste Meta-Analyse in Pharmacoepidemiology and Drug Safety (2011; doi: 10.1002/pds.2227) ermittelt auch ein Schlaganfallrisiko. Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat eine Sicherheitsprüfung eingeleitet.

Die Debatte um die kardiovaskuläre Sicherheit von NSAID begann 2004 mit der spektakulären Marktrücknahme des COX-2-Inhibitors Rofecoxib (Vioxx). Auslöser waren die Ergebnisse der Adenomatous Polyp Prevention on Vioxx (APPROVe) gewesen, in der Rofecoxib das Risiko von kardialen Ereignissen (relatives Risiko 2,80) und zerebrovaskulären Ereignissen (relatives Risiko 2,32) erhöht hatte.

In der Folge wurden auch andere COX-2-Inhibitoren und schließlich weitere NSAID mit vermehrten kardiovaskulären Ereignissen in Verbindung gebracht. Es zeigte sich, dass jedes einzelne Medikament ein eigenes Risikoprofil hat, wobei die Selektivität für COX-2-Rezeptoren ein Indikator zu sein scheint, der allerdings gleichzeitig die gastrointestinale Verträglichkeit verbessert.

Anfangs konzentrierte sich die Diskussion auf das erhöhte Schlaganfallrisiko. Eine Anfang des Jahres im Britischen Ärzteblatt publizierte Meta-Analyse zeigte dann aber, dass auch das Schlaganfallrisiko deutlich ansteigt (BMJ 2011; 342: c7086).
 

Zu einer ähnlichem Ergebnis kommt jetzt das von der EU Kommission geförderte Safety of Nonsteroidal Anti-inflammatory Drugs oder SOS-Projekt. Es bescheinigt neben dem vom Markt genommenen Rofecoxib vor allem dem häufig eingesetzten Diclofenac ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Als unbedenklich werden Celecoxib, Naproxen und Ibuprofen eingestuft. Die BMJ-Analyse hatte dagegen für Ibuprofen ein erhöhtes Risiko ermittelt.

Die EMA nimmt die Ergebnisse jetzt zum Anlass die kardiovaskuläre Risikobewertung der NSAID zu aktualisieren. Zuletzt hatte sich die EMA 2006 zum Thema geäußert. Damals wurde allen Wirkstoffen noch ein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis bescheinigt. Dieses Mal könnte es aufgrund der neuen Daten zu einer differenzierten Beurteilung kommen.

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© rme/aerzteblatt.de

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