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Medizin

Adipositas erhöht Gesundheitskosten

Dienstag, 1. November 2011

Seattle – Mit dem Body-Mass-Index steigen bei vielen Krankenversicherten auch die Gesund­heitskosten. Dieser Eindruck vieler Ärzte wird jetzt in einer US-Studie im Journal of General Internal Medicine (2011; 26: 1284-1290) bestätigt. Die häufig mit der Adipositas asso­ziierte Depression erklärte den Zusammenhang nur teilweise.

Die Gruppe um Gregory Simon vom Forschungsinstitut der Group Health Cooperative, einer gemeinnützigen US-Krankenkasse mit Sitz in Seattle, hat 4.462 weibliche Versicherte im Alter von 40 bis 65 Jahren telefonisch kontaktiert und nach Körpergröße und Gewicht gefragt. Außerdem wurden die Versicherten mit dem Patient Health Questionnaire (PHQ9) nach Symptomen der Depression gescreent. 

Ein Abgleich mit den Daten des Versicherers ergab, dass ein BMI von 30 bis 35 – er zeigt eine Adipositas von Grad 1 an – mit einem Anstieg der Gesundheitskosten um 65 Prozent verbunden war. Bei einem BMI von über 35 stiegen die Gesundheitskosten sogar um 157 Prozent an. Der Anstieg umfasste alle Kategorien wie Hausarztkosten, ambulante Rezepte, Facharztbesuche, Klinikbehandlungen oder eine psychiatrische Betreuung.
 

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Die letzte Kategorie war von Bedeutung, denn ursprünglich hatte Simon vermutet, dass die höhere Rate von depressiven Erkrankungen bei Adipösen die höheren Gesundheitskosten erklärt. Dies war auch teilweise der Fall. Doch nach der Berücksichtigung dieses Faktors war eine Adipositas weiterhin mit um 40 Prozent (BMI 30 bis 35) oder 87 Prozent (BMI über 35) höheren Gesundheitskosten assoziiert.

Angesichts der starken Verbreitung der Adipositas – ein Drittel der US-Bevölkerung ist fettleibig, ein weiteres Drittel übergewichtig – ist der Zusammenhang zwischen BMI und Gesundheitskosten von großer Public-Health-Bedeutung, wie Simon betont.

Worauf die Assoziation beruht, kann die Studie nicht klären. Viele epidemiologische Studien belegen jedoch, dass eine Adipositas die Anfälligkeit für chronische Erkrankungen im Alter begünstigt. Sie ist außerdem Teil des metabolischen Syndroms, das häufig in einen Typ-2-Diabetes mellitus mündet.

© rme/aerzteblatt.de

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