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Medizin

Antidepressiva reduzieren Schmerzen bei Opiatabhängigen

Mittwoch, 9. November 2011

Boston – Das Antidepressivum Escitalopram verbessert die Schmerzsymptomatik bei Personen mit einer Opiatabhängigkeit. Es reduzieren sich die Schmerzintensität und die Schmerzinterferenz der Betroffenen.

Die Autorin Judith Tsui von der Boston University School of Medicine (BUSM) beobachtete insgesamt 147 Opiatabhängige in ihrer Studie und veröffentlichte ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Pain (doi:10.1016/j.pain.2011.08.011).

Schmerzen treten bei opiatabhängigen Personen häufig auf. Die pharmakologischen Therapien sind begrenzt. Bei Personen, die mit Methadon behandelt werden, treten Schmerzen in 37 bis 61 Prozent der Fälle auf. Das Management der Schmerzen ist eine Herausforderung, da einem weiteren Opiatmissbrauch vorgebeugt werden muss. Aber auch die Schmerzen an sich können einen Rückfall begünstigen.

Laut den Wissenschaftlern sind Antidepressiva eine mögliche Therapieoption bei opiatabhängigen Personen, wegen einer häufig gleichzeitig auftretenden Depression. Bislang wurde der Einsatz von Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI) bei chronischen Schmerzzuständen laut der Arbeitsgruppe jedoch noch nicht ausreichend untersucht.

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Die Forscher untersuchten 147 Opiatabhängige mit einem chronischen Schmerzsyndrom, dabei erhielten 72 Personen Escitalopram und 75 ein Plazebopräparat. Neben den depressiven Symptomatiken beobachteten die Wissenschaftler auch die Veränderungen der Schmerzen. Nach ein-, zwei- und dreimonatigen Kontrollen führten die Wissenschaftler Befragungen mithilfe der visuellen Schmerzanalogskala (VAS) und dem Beck Depression Inventory II durch.
 

Die Forscher konnten bereits nach einem Monat eine Verbesserung der Schmerzsymptomatik in der Escitalopram-Gruppe um 30 Prozent feststellen. Es stellte sich heraus, dass diese positiven Effekte unabhängig von einer Verbesserung der depressiven Symptomatik auftraten.
 

Tsui betonte jedoch abschließend, dass weitere Studien vonnöten seien, um den Gebrauch von SSRIs bei Opiatabhängigen zu beobachten. Außerdem sollte zukünftig auch der Einfluss von weiteren Nicht-Opiaten auf die Schmerzsymptomatiken von Opiatabhängigen untersucht werden. © hil/aerzteblatt.de

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