Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Pflegereform: Lauterbach erwartet Flop der privaten Zusatzvorsorge

Donnerstag, 17. November 2011

Passau/Hamburg SPD-Gesund­heitspolitiker Karl Lauterbach kanzelte die von der Regierung beschlossenen Eck­punkte zur Pflege­reform heute als „Rumpf-Reform“ ab. Lauterbach sagte, die Eck­punkte des Bundeskabinetts seien nicht mehr als die „Skizze eines Reförmchens“.

Das Modell der privaten Alters­vorsorge, der Pflege-Riester, wird sicherlich ein Flop werden, kritisierte der SPD-Politiker in der Passauer Neuen Presse.

Die durch die Beitragssatzerhöhung um 0,1 Prozentpunkte zusätzlich zur Verfügung stehenden 1,1 Milliarden Euro reichten nicht. Im Pflegesystem fehlten jährlich fünf Milliarden Euro. Lauterbach rechnet mit Hunderten Pleiten bei Pflegediensten und -heimen.

Geplante private Vorsorge in der Kritik
Der Präsident des Diakonisches Werkes, Johannes Stockmeier, kritisierte, es werde kaum Entlastungen geben. „Die Enttäuschung vor allem bei den pflegebedürftigen Menschen und den Familienangehörigen wird sehr groß sein“, sagte er dem Hamburger Abendblatt. Auch dürfe gute Pflege nicht vom Geldbeutel abhängen.

„Personen mit niedrigem Einkommen oder Menschen im Hartz-IV-Leistungsbezug haben ohne staatliche Unterstützung keine Möglichkeit, private Vorsorge für die eigene Pflegebedürftigkeit zu treffen“, sagte er. Die von der Koalition vorgeschlagene staatlich geförderte private Vorsorge sei nicht für Menschen geeignet, die ein erhöhtes Risiko einer Pflegebedürftigkeit haben und von privaten Versicherungen abgelehnt oder nur zu hohen Beiträgen versichert werden.

Stockmeier sagte, die Diakonie plädiere deshalb für den Ausbau der gesetzlichen Pflegeversicherung. Zur Finanzierung der Pflegeversicherung sollten neben den Löhnen und Gehältern weitere Einkommensarten herangezogen werden.

Unions-Bundestagsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) sagte, es gehe vor allem darum, die private Pflegevorsorge so attraktiv zu gestalten, dass sie von möglichst vielen genutzt werden könne. Singhammer forderte eine Geringverdienerkomponente. „Wir müssen auch die Frage klären, wie wir mit denen umgehen, die sich finanziell schwer tun, eine Zusatzversorgung für die Pflege einzugehen“, sagte er der Passauer Neuen Presse.

Der Sprecher der Jungen Gruppe in der Unions-Fraktion, Marco Wanderwitz (CDU), sagte dem Berliner Tagesspiegel vom Donnerstag, der größte Teil junger CDU-Abgeordneter fordere eine einkommensunabhängige Prämie für den Aufbau einer Pflegerücklage für die geburtenstarken Jahrgänge. © kna/afp/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

23.05.17
Gutachten schlägt Pflegevoll­versicherung vor
Berlin – Die aktuelle Pflegeversicherung hat zwei grundlegende Fehler. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens des Bremer Gesundheitsexperten Heinz Rothgang im Auftrag der Initiative Pro-Pflegereform.......
09.05.17
Magdeburg – Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) hat grundlegende Änderungen bei der Vergütung der medizinischen Behandlungspflege durch die Krankenkassen gefordert. Diese müsse......
21.04.17
Umstellung auf Pflegegrade läuft weitgehend reibungslos
Berlin – Die zum Jahresbeginn angelaufene Umstellung auf ein neues Begutachtungssystem für Pflegebedürftige ist nach Einschätzung der Bundesregierung und des Medizinischen Dienstes der......
18.04.17
München – Pflegebedürftige Menschen sollen mehr Freiheiten haben, um ihre Pflege selbst zu bestimmen. Das fordert Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). „Der Blick auf Pflegebedürftige ist......
07.04.17
Pflegeleistungen: Anzahl der Anträge deutlich gestiegen
Düsseldorf/Hamburg – Seitdem die Pflegereform im Januar in Kraft getreten ist, haben deutlich mehr Versicherte einen Antrag auf Pflegeleistungen gestellt als in der Vergangenheit. Das geht aus Zahlen......
17.03.17
Augsburg – Die Pflegereform hat seit Jahresbeginn zu einem deutlichen Anstieg der Anträge auf Leistungen der Pflegeversicherung geführt. „Wir hatten im Januar 2017 einen Anstieg der Anträge um ein......
08.02.17
Berlin – Strukturfehler in der Pflegeversicherung sind nach Ansicht des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) der Hauptgrund für die gravierenden Probleme, mit denen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige