NewsVermischtesHohe Versorgungsqualität an Brustkrebszentren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Hohe Versorgungsqualität an Brustkrebszentren

Freitag, 2. Dezember 2011

Berlin – Die Versor­gungs­qualität an deutschen Brust­krebszentren mit einem Qualitäts­siegel der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) ist hoch. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Benchmarking-Bericht der beiden Fachgesellschaften.

Als ein Grund für das gute Ergebnis wird das seit einigen Jahren etablierte Zertifi­zierungs­system gesehen: „Die Zertifizierung der Zentren ist eine wegweisende Maßnahme, die bei den Kliniken eine hohe Akzeptanz findet“, erklärte Werner Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft.

Der nun vorliegende Bericht beruht auf der Daten von rund 50.000 Brustkrebspatientinnen an 246 Standorten in ganz Deutschland und wird durch eine Befragung von mehr als 7.000 Patientinnen, die 2010 an DKG/DGS-zertifizierten Brustkrebszentren behandelt wurden, ergänzt. Für den Bericht lieferten die teilnehmenden Zentren Angaben zu 26 Qualitätskennzahlen.

Für eine erfolgreiche Zertifizierung durch die DKG und die DGS müssen Brustkrebszentren zahlreiche Vorgaben erfüllen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Patientinnen eine optimale Therapie erhalten, und zwar auf der Grundlage der aktuellen evidenzbasierten Leitlinien.

„Die flächendeckende Umsetzung moderner evidenzbasierter Therapieempfehlungen ist für eine verbesserte Versorgung der Patientinnen enorm wichtig. Mit der Festlegung leitlinienbasierter Kennzahlen können wir jetzt erstmals überprüfen, wie gut diese Empfehlungen umgesetzt werden“, erklärte Rolf Kreienberg, Vorsitzender der Zertifizierungskommission der DKG und Koordinator der S3-Leitlinie Brustkrebs.

Begleitet wurde die Evaluierung von einer Patientenbefragung. Ihre Auswertung zeige, dass die Ziele und Inhalte zertifizierter Zentren, wie sie in der Definition des Nationalen Krebsplans zusammengefasst sind, sehr gut umgesetzt würden, betonte Holger Pfaff vom Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Universität Köln.

Insbesondere in Bezug auf die medizinische Behandlung oder die Sauberkeit hätten sich nur wenige Patientinnen unzufrieden geäußert. Auch das Vertrauen in Ärzte und Pflegekräfte sei ausgesprochen hoch gewesen. Gleichzeitig hätten sich jedoch auch Verbesserungspotenziale gezeigt, wie beispielsweise bei der Bereitstellung von Informationen und bei der Einbeziehung der Patientinnen in die Behandlung.

Zudem fanden sich zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Brustkrebszentren. „Aus Gesprächen mit den Patientinnen wissen wir, dass im Krankenhaus oft die Zeit für das informierende Gespräch fehlt, besonders dann, wenn es um Fragen zur psychosozialen oder psychoonkologischen Unterstützung geht“, bestätigte Karin Meißler, stellvertretende Vorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs. Aus Sicht der Patienten sei es außerdem bedeutsam, dass sich die Unterschiede zwischen den Häusern verringern. © ER/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

NEWSLETTER