Vermischtes

Fachgesellschaft empfiehlt Sono des Wirbelkanals bei Schütteltrauma

Montag, 12. Dezember 2011

Hamburg – Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) rät Ärzten, in die Diagnostik des Schütteltraumas die Sonographie des Wirbelkanals einzubeziehen. 

Etwa 100 bis 200 Säuglinge sterben jährlich in Deutschland an den Folgen eines Schütteltraumas. Starkes Schütteln von Babys und Kleinkindern ist eine der häufigsten Formen von Kindesmisshandlung. Stirbt das Kind nicht, erleidet es mitunter schwerste Behinderungen. Laut der Fachgesellschaft lässt sich ein Schütteltrauma mittels Ultraschall diagnostizieren, denn die Sonographie macht die für dieses Trauma typischen subduralen Hämatome um das Gehirn sichtbar.

„Schwingt der kleine Kopf durch das Schütteln stark hin und her, bilden sich schnell subdurale Hämatome“, sagt Axel Feldkamp, Leitender Oberarzt der Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am Klinikum Duisburg und Leiter der Sektion Pädiatrie der DEGUM. 

Eine Studie an der Universitätsklinik Innsbruck zeige jetzt, dass auch Blutergüsse um das Rückenmark des Kindes darauf hindeuten könnten. Die Untersuchung ist in der Zeitschrift „Ultraschall in der Medizin“ erschienen. Nachdem der Autor Ingmar Gassner bei Säuglingen mittels Ultraschall Blutergüsse um das Gehirn festgestellt hatte, untersuchte er auch deren Rückenmark.

Bei Säuglingen ist der Wirbelkanal einschließlich des Rückenmarks mittels Sonographie sichtbar, da die schützenden Wirbelbögen noch weitgehend aus Knorpel bestehen, den die Ultraschallwellen durchdringen. Beim Erwachsenen ist dies nicht mehr möglich. Gassner entdeckte bei allen Säuglingen Blutergüsse auch um das Rückenmark.

„Ihr gemeinsames Auftreten um Gehirn und Rückenmark kann den Verdacht eines Schütteltraumas erhärten“, so seine Einschätzung. Er empfiehlt daher, bei jedem Verdacht auf ein Schütteltrauma Gehirn und Rückenmark mittels Ultraschall zu untersuchen. © hil/aerzteblatt.de

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