NewsPolitikSchavan pocht auf Nein der EU zu verbrauchender Embryonenforschung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Schavan pocht auf Nein der EU zu verbrauchender Embryonenforschung

Dienstag, 27. Dezember 2011

Berlin – Die Gewinnung embryonaler Stamm­zellen darf nach dem Willen der Bundes­regierung auch künftig nicht von der EU finanziert werden. „Es darf auf europäischer Ebene keinen Anreiz geben für die verbrauchende Embryonenforschung“, sagte Bun­des­for­schungs­minis­terin Annette Schavan (CDU).

Schavan will sich bei den im neuen Jahr anstehenden Beratungen über die EU-Forschungsförderung für die Verlängerung einer Protokollerklärung einsetzen, in der eine Förderung von Forschungstätigkeiten mit EU-Mitteln explizit ausgeschlossen wird, bei denen menschliche Embryonen für die Stammzell-Gewinnung zerstört werden.

Brüssel will Forschung und Innovation in der EU von 2014 bis 2020 mit 80 Milliarden Euro fördern. Die Beratungen über die EU-Forschungsförderung in den kommenden Jahren sollen nach den Worten Schavans bis zum Sommer abgeschlossen sein. Aus deutscher Sicht sei es „nicht verantwortbar“, bei einer für die regenerative Medizin notwendigen Forschung Embryonen zu zerstören, sagte Schavan.

Viele EU-Staaten haben bei der embryonalen Stammzellforschung weniger strenge Gesetze. In Spanien, Frankreich, Großbritannien und Schweden etwa dürfen bei einer künstlichen Befruchtung übrig gebliebene Embryonen für die Stammzellforschung verwendet werden.

In Deutschland und Italien ist die Herstellung embryonaler Stammzellen verboten, erlaubt ist nur die Einfuhr und Verwendung von vor dem 1. Mai 2007 bestehenden Stammzelllinien. Polen und die Slowakei untersagen die Stammzellforschung ganz.

Es gebe bei dem Thema immer wieder „heftige Diskussionen“, sagte Schavan. Auch die EU-Kommission will aber die Praxis beibehalten, dass mit EU-Geld keine Projekte gefördert werden, die den strengeren Regeln des Embryonenschutzes hierzulande nicht standhielten.

Schavan sprach sich dafür aus, künftig auch auf europäischer Ebene „möglichst viele Mittel“ für alternative Forschung wie die an adulten Stammzellen zur Verfügung zu stellen. In Deutschland habe es in diesem Bereich in den vergangenen Jahren „erhebliche Fortschritte“ gegeben.

„Da haben wir auch die Chance, international Vorreiter bei einer Stammzellforschung zu sein, die ethisch unbedenklich ist.“ © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

3. April 2017
New York – Der an einer Eizelle vorgenommene Mitochondrien-Transfer, der im letzten Jahr zur Geburt des weltweit ersten „Drei-Eltern-Babys“ geführt hat, war technisch betrachtet nur teilweise
Drei-Eltern-Baby: Mitochondrien-Transfer nur teilweise erfolgreich
17. März 2017
London – Im vergangenen Jahr hat Großbritannien als erstes Land die künstliche Befruchtung mit Genmaterial von drei Elternteilen erlaubt – nun wurde das erste Krankenhaus ausgewählt, das die Methode
Erstes Krankenhaus in Großbritannien darf Babys mit drei Elternteilen erzeugen
3. März 2017
Cambridge/England – Das Forscherteam, das im letzten Jahr menschliche Embryonen im Labor bis zum 13. Tag nach der Befruchtung heranreifen ließ, hat seine Experimente – dieses Mal an Mäusen –
„Künstlicher“ Mäuse-Embryo im Labor gebildet
27. Februar 2017
Hamburg – Dagmar Coester-Waltjen, Juristin und Mitglied des Deutschen Ethikrates, fordert einem Medienbericht zufolge eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes. Anlass ist ein Verbot, das Sperma eines
Ethikrat-Mitglied fordert Korrekturen an Embryonenschutzgesetz
10. Februar 2017
Hohenheim/Heidelberg – Sie teilen sich einen Körper und sind doch oft das genaue Gegenteil voneinander – zumindest im Inneren. Bisher ungelöst war die Frage, warum bei jedem zweiten rechtsseitigen
Siamesische Zwillinge: Warum das Herz rechts schlägt
5. Mai 2016
New York/Cambridge - Forschern aus Großbritannien und den USA ist es gelungen, menschliche Embryonen über die Phase der Implantation hinaus im Labor anzuzüchten. Die bis zu 13 Tage alten Embryonen
Embryogenese: Studie liefert neue Einblicke in die Phase der Implantation
11. April 2016
Guangzhou – Allen Forderungen nach einem Moratorium zum Trotz hat zum zweiten Mal eine chinesische Forschergruppe das Erbgut von Embryonen mittels Genom-Editing verändert. Die im Journal of Assisted
NEWSLETTER