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Politik

Straub fordert Schließung von Krankenhäusern

Montag, 2. Januar 2012

Berlin – Der Chef der Krankenkasse Barmer GEK, Christoph Straub, hat sich für eine Schließung von Kliniken ausgesprochen. „Es gibt heute zu viele Krankenhäuser und vor allem zu viele Krankenhausbetten”, sagte Straub der Tageszeitung Die Welt vom Montag.

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Der Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Krankenkasse sprach sich außerdem dagegen aus, den Krankenhäusern den Sparbeitrag aus der Gesundheitsreform zu erlassen. Es sei nicht sinnvoll, die Sparmaßnahmen im Krankenhausbereich zurück zu nehmen und teure Kran­ken­haus­struk­tu­ren einfach aufrechtzuerhalten, sagt er.

Das traditionelle Nebeneinander von Krankenhäusern und Arztpraxen müsse sich ändern. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung solle viel häufiger ambulant erfolgen oder während kurzer Aufenthalte im Krankenhaus.

© dapd/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 11. Januar 2012, 09:26

Stationär-ambulanter Verschiebebahnhof der BEK-GEK?

Der neue Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Dr. med. Christoph Straub, war zuvor im Vorstand der umstrittenen Rhön-Klinikum-AG tätig. Diese AG ist darauf spezialisiert, schwächelnde und scheinbar notleidende Krankenhäuser in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft für einen "Spottpreis" aufzukaufen, um mit energischen Sanierungsmaßnahmen, gewinnbringenden Investitionen, Leistungsverdichtung und Personalabbau möglichst schnell den kapitalisierenden "break-even-point" zu erreichen.

2006 hat die Rhön-Klinikum AG 95 Prozent der Geschäftsanteile des Landes Hessen an der "Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH" für nur 112 Millionen Euro erworben und sich gleichzeitig zu gewinnbringenden Investitionen in Höhe von 367 Mio. Euro, davon 260 Mio. Euro an Neu- und Umbauten verpflichtet. Beide Universitätskliniken beinhalten 2.376 Planbetten (1.191 Gießen und 1.185 Marburg). Bereits im ersten Halbjahr 2007 habe das damit privatisierte hessische Klinikum rund 400 000 Euro Überschuss erwirtschaftet:
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/rhoen-klinik-giessen-marburg-aus-den-roten-zahlen/2846010.html

Die Rhön-Klinikum AG hat für das Geschäftsjahr 2010 i n s g e s a m t einen Konzerngewinn von 145 Millionen Euro verbucht. Wen wundert es dann eigentlich noch, wenn die unliebsame Bettenkonkurrenz kaputtgespart oder gleich geschlossen werden soll. Und die dafür sprießende fach- und spezialärztliche ambulante OP-Landschaft wird spätestens vom Barmer-GEK-Vorstand kupiert, wenn d o r t die Kosten ansteigen.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #111441
borgmann4
am Montag, 2. Januar 2012, 22:29

Ein Schelm...

Na, wenn da mal nicht Hintergedanken dabei sind....

Hier etwas zu Herrn Straubs beruflichem Werdegang http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,756795,00.html

Rhön-AG: dort ist u.a. die Tochter von Liz Mohn (Bertelsmann) im Vorstand. Die Familie hat Anteile, die von und zu Guttenbergs übrigens auch.

Rhön-AG kauft auf, planiert ("Gesundheitsaldi") und will jetzt in den ambulanten Sektor. Weg mit der Einzelpraxis, hin zur Kompaktleistung.

So wie einige Kinder nur noch Glutamat und Zucker schmecken können, weil sie ausschließlich mit Industriekost ernährt werden, wird es dann genau abgewogene Dienstleistungen geben, vor denen es kein Entrinnen gibt.

Es sei denn man zahlt privat.

Wie praktisch.

Angelika Oetken, Ergotherapeutin, Berlin-Köpenick
Avatar #104037
popert
am Montag, 2. Januar 2012, 16:13

Wer im Glashaus sitzt...

Schön, wenn Herr Straub so denkt. Dann sollte er aber die Verwaltungsbürokratie vereinfachen, anstatt sie zu vermehren (die BEK fordert eine erhebliche Verkomplizierung bei der Chroniker-Definition).

Sonst kann der niedergelassene Bereich die Zusatzaufgaben nämlich nicht stemmen.
Avatar #115981
stundenbuch
am Montag, 2. Januar 2012, 08:38

Vielleicht sollte man erstmal ein paar der Krankenkassen schließen

mit den 50% gesparten 6,5 Mrd Mrd verwaltungskosten kann man viel Gutes für Patienten tun
LNS

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