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Medizin

Alzheimer: Liquorveränderungen ein Jahrzehnt vor Diagnose

Dienstag, 3. Januar 2012

Lund – Die pathologische Konstellation von Amyloid-Proteinen, deren Akkumulation im Gehirn zur Alzheimer-Demenz führt, ist bereits viele Jahre vor der klinischen Manifestation im Liquor nachweisbar, wenn die Patienten erst unter leichten kognitiven Beeinträchtigungen (MCI) leiden. In diesem Stadium kann eine Liquoruntersuchung recht gut vorhersagen, ob es später zu einer Demenz kommt. Dies zeigt eine Studie in den Archives of General Psychiatry (2012; 69: 98-106).

Der Morbus Alzheimer wird durch die Ablagerung von Amyloiden in Hirnzellen ausgelöst, später kommt es zur Bildung von Fibrillen aus Tau-Proteinen. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass diese Eiweiße bei Patienten mit manifester Erkrankung im Liquor nachweisbar sind.

In einer Studie hat Peder Buchhave von der Universität Lund den Liquor von 137 Patienten mit einer MCI (mild cognitive impairment) untersucht. Inzwischen sind 4,1 bis 11,8 Jahre vergangen, und 72 Patienten sind an einem Morbus Alzheimer erkrankt. Weitere 21 Patienten entwickelten eine andere Form der Demenz.
 

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Rund 90 Prozent der späteren Alzheimer-Patienten hatten bereits bei der ersten Liquoruntersuchung als MCI-Patienten eine niedrige Konzentration des Aβ42-Proteins im Blut, was als indirekter Hinweis auf die Akkumulation der Amyloide in den Hirnzellen gewertet wird. Bei einigen Patienten wurde auch ein Anstieg der Biomarker T-tau und P-tau gefunden. Je höher die Konzentration dieser Proteine war, desto früher kam es zur Demenz.

Dass positive Liquorbefunde dem Ausbruch der Erkrankung um bis zu 10 Jahre vorausgehen, dürfte vorerst nur für die Arzneimittelforschung interessant sein. Die Tests ermöglichen die gezielte Prüfung von Wirkstoffen an Patienten im subklinischen Frühstadium der Erkrankung. In den klinischen Alltag werden die Tests erst dann Einzug halten, wenn es tatsächlich gelingen sollte, das Fortschreiten der Erkrankung mit Medikamenten aufzuhalten, was bislang nicht möglich ist.

© rme/aerzteblatt.de

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