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Fachgesellschaft gegen neue Leitlinie für die Frühge­borenen-Intensivmedizin

Mittwoch, 4. Januar 2012

dapd

Berlin – Die Frühgeborenen-Intensivmedizin benötigt nach Ansicht der Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) keine neue Leitlinie. „Die aktuelle Leitlinie enthält alles, was für eine verantwortungsvolle medizinische und ethische Entscheidung nötig ist“, sagte DIVI-Präsident Michael Quintel. Entscheidend sei, dass Ärzte und Eltern auf der Grundlage der medizinischen Einschätzung in einer vertrauensvollen Kommunikation gemeinsam eine Entscheidung träfen.

Die Fachgesellschaft forderte aber, junge Ärzte sollten den sensiblen Umgang mit medizinischen Entscheidungen am Lebensanfang und -ende künftig in der Aus- und Weiterbildung intensiver lernen. Außerdem sollten nur hochspezialisierte Fachzentren Risikoschwangere und Frühgeburten behandeln. „Die Fachleute vor Ort müssen besonders geschult sein, um verantwortungsvoll, sensibel und professionell mit solchen Grenzsituationen umgehen zu können“, sagte Quintel.

Der Magdeburger Neonatologe Gerhard Jorch verwies in diesem Zusammenhang auf die große Gefahr bei extrem zu früh geborenen Kindern, Langzeitschäden an Hirn, Lunge und Augen davon zu tragen. Umso wichtiger sei es, dass diese Kinder in die richtigen Hände kämen: „Spezialisierte Perinatalzentren mit bester personeller und apparativer Ausstattung sowie dokumentierter Ergebnisqualität sind die Voraussetzung, um medizinisch das Bestmögliche zu leisten“, so Jorch.

© hil/aerzteblatt.de

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