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Medizin

Genetische Risikofaktoren für das multiple Myelom

Donnerstag, 5. Januar 2012

Heidelberg/London – Veränderungen an zwei bestimmten Stellen im Erbgut erhöhen das Risiko, an einem multiplen Myelom zu erkranken. Das berichten Wissenschaftler aus Heidelberg und London in Nature Genetics (doi: 10.1038/ng.993) nach der Analyse des Genoms von mehr als 1.600 Betroffenen.

Das multiple Myelom ist eine bösartige Erkrankung weißer Blutkörperchen im Knochenmark. In Deutschland erkranken jährlich etwa 3.500 Menschen an dieser Krebserkrankung des blutbildenden Systems, rund 25.000 sind es europaweit.

Die Studie ist ein gemeinsames Projekt von Arbeitsgruppen des Instituts für Krebsforschung am Royal Cancer Hospital in London, des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, Abteilung Molekulargenetische Epidemiologie, und der Sektion multiples Myelom an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg.

Welche biologischen Prozesse dazu führen, dass sich die Blutzellen im Knochenmark verändern und unkontrolliert teilen, ist laut den Arbeitsgruppen noch weitestgehend unbekannt. Wissenschaftler vermuteten, dass die Erkrankung von verschiedenen Veränderungen im Genom hervorgerufen werde, die für sich genommen zwar unkritisch seien, ab einer bestimmten Anzahl und in Kombination aber die Fehlfunktion der Knochenmark-/Blutzellen verursachten.

Um diesen genetischen Auslösern auf die Spur zu kommen, verglich das internationale Forscherteam die Erbgut-Variationen von 1.675 Patienten mit multiplem Myelom mit denen von 5.903 gesunden Menschen. Sie fanden Variationen in zwei Regionen der Erbinformation, die in der Patientengruppe eine höhere Frequenz als in der Kontrollgruppe aufwiesen.

Dort befinden sich die genetischen Baupläne für zwei bekannte Proteine, die eine Rolle bei Krebsentstehung und Tumorwachstum spielen, bisher aber noch nicht mit dem multiplen Myelom in Verbindung gebracht wurden. Ziel der weiteren Forschung sei nun, den Einfluss dieser Proteine zu bestätigen und weiter aufzuklären. „Mit Hilfe dieser Ergebnisse können wir in Zukunft vielleicht verstehen, warum ein multiples Myelom entsteht und gezielte Diagnose- und Behandlungsstrategien entwickeln“, sagte Niels Weinhold von der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. © hil/aerzteblatt.de

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