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Politik

Klinikvergütung bleibt hinter anderen Branchen zurück

Freitag, 6. Januar 2012

Gummersbach – Laut einer Untersuchung der Managementberatung Kienbaum sind die Gehälter der Fach- und Führungskräfte in deutschen Krankenhäusern 2011 nach einer Stagnation in 2010 wieder gestiegen. Dennoch bleibt das Vergütungsniveau in den deutschen Krankenhäusern hinter dem anderer Branchen weiterhin zurück.

So verdiente ein durchschnittlicher Klinikgeschäftsführer im vergangenen Jahr beispielsweise mit 156.000 Euro nur rund halb so viel wie ein Geschäftsführer eines Wirtschaftsunternehmens. „Vom Ausbildungsniveau liegen die Kliniken über anderen Bereichen, bei der Vergütung aber darunter", verweist Studienautor Christian Näser.

Der Kienbaum-Untersuchung zufolge verdienten nichtärztliche Führungskräfte im vergangenen Jahr durchschnittlich 2,7 Prozent mehr als noch 2010, die Gehälter der Klinikärzte wurden dagegen nur um 2,3 Prozent angehoben. Demnach erhält ein ärztlicher Direktor mit einem Gehalt von 123.000 Euro knapp halb so viel ein Chefarzt. Dieser bezieht jährlich eine Vergütung von durchschnittlich 266.000 Euro.

Frauen sind laut der Studie auch in den Führungspositionen in Krankenhäusern weiterhin nicht nur deutlich unterrepräsentiert, sondern verdienen auch schlechter. So erhalten weibliche Geschäftsführer mit 146.000 Euro im Jahr rund 12.000 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen. Chefärztinnen verdienen sogar 20.000 Euro weniger als Männer in gleicher Position.

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© hil/aerzteblatt.de

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Avatar #74148
spanholtz
am Samstag, 7. Januar 2012, 22:56

Faire ärztliche Vergütung lässt auf sich warten

Liebe Leser!
In der Studie von Kienbaum werden Missstände mit Zahlen unterfüttert, die wir Ärzte seit langem kennen und benennen. Gehört werden wir zunehmens. Geglaubt wird uns selten. Das weibliche Kollegen in leitender Funktion signifikant weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen ist genauso schockierend wie üblich! Hier muss eine faire Anpassung notfalls per Gesetz geschaffen werden. Ein Anliegen, welches die SPD bereits seit vielen Jahren formuliert hat.
Das die Promotion als wissenschaftliche Leistung zu einer vermehrten Honorierung führt kann man als gerecht bezeichnen. Das Liquidationsrecht von Chefärzten in öffentlichen Häusern jedoch führt in aktuellen Verträgen zu einer geradezu lächerlichen Zunahme des Einkommens, wenn man bedenkt, dass 80-90% des erwirtschafteten Erlöses an den Arbeitgeber fliesst.Bonizahlungen und Dienstwagenregelungen haben den Weg in die VErwaltung der Krankenhäuser gefunden, während die Ärzte private Handys für Dientangelegenheiten nutzen und wohl eher mit der U-Bahn zur Arbeit kommen, als mit einem Dienstwagen.
Wir Ärzte müssen Kienbaum dankbar sein. Diesen verkaufen ihre Leistung zwar für 750 Euro pro Download der Studie, bringen hierdurch aber erneut Transparenz in die wahre Situation der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

Dr. Timo Spanholtz
Oberarzt Hand-, Plastische und Ästhetische Chirurgie
Klinikum der LMU München
Delegierter der Ärztekammer Nordrhein, Fraktion VoxMed
LNS

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