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Politik

Mehr Klinikbetten für psychisch Kranke in Sachsen

Dienstag, 10. Januar 2012

Dresden – In Sachsens Krankenhäusern sollen mehr Plätze für Patienten mit psychischen Erkrankungen geschaffen werden. Für sie solle es 133 zusätzliche Betten geben, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Christine Clauß heute in Dresden bei der Vorstellung des zuvor vom Kabinett verabschiedeten Krankenhausplans 2012/2013. Von diesen sollen 27 Betten auf die Kinder- und Jugendpsychiatrie entfallen. Für Patienten mit nicht psychischen Erkrankungen werden unterdessen 509 Betten gestrichen.

Clauß begründete die Pläne mit der stark gestiegenen Zahl psychischer Erkrankungen. Die Zahl solcher Krankenhausfälle je 1.000 Einwohner sei in Sachsen seit 1992 um 132 Prozent gewachsen, erklärte die CDU-Politikerin. Dies sei auf viele Faktoren zurückzuführen, darunter die gestiegene Zahl altersdementer Menschen, aber auch auf belastende soziale Situationen sowie die gestiegene gesellschaftliche Akzeptanz der Behandlung psychischer Probleme.

Berücksichtigt wurden den Angaben zufolge auch die schrumpfende Einwohnerzahl Sachsens und die immer kürzere Verweildauer im Krankenhaus: Diese sank bei körperlichen Erkrankungen von 12,7 Tagen 1992 auf 6,7 Tage 2009.

Die Gesamtbettenzahl in Sachsens Krankenhäusern werde von 25.746 auf 25.370 sinken, sagte die Ministerin. Damit werde eine bedarfsgerechte stationäre Versorgung gesichert. Es würden aber keine Stationen geschlossen, betonte sie.

Geplant ist auch die Ausweisung von Kompetenzzentren. So solle Expertise zum Umgang mit Krankenhauskeimen, speziell bei Gelenkersatz, in einem Zentrum für septische Chirurgie in Leipzig gebündelt werden. Zudem sind Kompetenzzentren für Hörprothesen sowie zur Behandlung extremen Übergewichts vorgesehen. Der medizinische Fortschritt erfordere verstärkte Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen sowie von ambulanter und stationärer Versorgung, hieß es.

Der Krankenhausplan ist den Angaben zufolge auch die Grundlage für die Investitionsförderung der Krankenhäuser. Zur Höhe künftiger Investitionen äußerte Clauß sich nicht.

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© dapd/aerzteblatt.de

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