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OPs leiden unter Personalknappheit

Dienstag, 10. Januar 2012

dapd

Frankfurt – OP-Säle von Krankenhäusern leiden offenbar zunehmend darunter, dass zu wenig qualifiziertes Pflegepersonal zur Verfügung steht, um die steigenden Zahlen an Operationen dauerhaft zu bewerkstelligen. Das ergab eine Befragung von OP-Pflegekräften im Rahmen des sogenannten OP-Barometers 2011. „Bereits heute müssen viele Operationen – gerade auch wegen des Pflegemangels – verschoben oder von anderen Krankenhäusern erbracht werden“, sagte Thomas Busse, Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) an der Fachhochschule Frankfurt am Main. Die guten Leute gingen weg, fügte er hinzu.
 

Laut OP-Barometer sind es nicht primär die Arbeitszeiten, Bereitschaftsdienste oder Überstunden, die die Attraktivität des Arbeitsplatzes für vorhandene oder potenzielle Pflegekräfte im OP-Bereich herabsetzen. Als motivationsmindernd bezeichnen die Befragten vor allem die geringe Wertschätzung für ihre geleistete Arbeit. Außerdem kritisieren sie organisatorische Defizite wie schlechte OP-Planungen oder mangelnde Unterstützung durch OP-externe Leistungsstellen in den Krankenhäusern. Die Hälfte der Befragten ist mit der Organisation in ihrem OP-Saal zufrieden, 37 Prozent, meinen, über eine gute und verlässliche OP-Planung zu verfügen. Die Hälfte der Befragten findet den vorhandenen Umgang miteinander „in Ordnung“.

Mehr als 90 Prozent der Befragten beklagten eine schlechte oder mittelmäßige Versorgung mit Sterilgütern. „Der Bauch ist offen, sie brauchen das und das Gerät, es ist aber nicht vorhanden oder defekt“, beschrieb Busse das Problem.

Ein weiterer Aspekt sei die Hygiene, auf welche die Umfrage aber keine direkten Rückschlüsse zulasse. „Das heißt nicht, dass 80 Prozent dreckiges OP-Besteck haben“, sagte er mit Blick auf die Ergebnisse der Umfrage. Aber die Gefahr sei da. Als Beispiel für Patientengefährdung nannte Busse, dass der Patient vor, während oder nach der Operation nicht ordnungsgemäß überwacht werde. Auch könne es zu Verwechslungen kommen.

Das OP-Barometer ist eine alle zwei Jahre erfolgende Befragung zur Arbeitssituation der Pflegekräfte im OP- und Anästhesie-Bereich an deutschen Krankenhäusern. Initiator ist das ZGWR. Mehr als 2.000 OP- und Anästhesiepflegekräfte aus ganz Deutschland haben sich am OP-Barometer 2011 beteiligt, darunter 58 Prozent OP-Pflegekräfte, 29 Prozent Anästhesie-Pflegekräfte und elf Prozent operationstechnische Assistenten. Die endgültigen Ergebnisse sollen im Februar 2012 vorliegen. © hil/dapd/aerzteblatt.de

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