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Vermischtes

32 Frauen mit minderwertigen Brustimplantaten in Niedersachsen

Freitag, 13. Januar 2012

Hannover – Die minderwertigen Brustimplantate des französischen Herstellers PIP sind auch 32 Patientinnen an vier Kliniken in Niedersachsen eingesetzt worden. Das ergab eine Abfrage bei den Gewerbeaufsichtsämtern, wie der Sprecher des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums, Thomas Spieker, am Freitag in Hannover mitteilte. Zehn Patientinnen seien die Implantate mittlerweile aus anderen Gründen bereits wieder entfernt worden. 13 der verbliebenen 22 Patientinnen sind bereits informiert und stehen in engem Kontakt mit den Kliniken.

Die restlichen neun Patientinnen wurden in einer Klinik in Hannover operiert, die seit 2008 nicht mehr existiert. Unklar ist, ob dort noch mehr Frauen die Implantate eingesetzt wurden. Auch in einer bereits geschlossenen Klinik in Bad Harzburg könnten die Implantate verwendet worden sein. „Frauen, die sich in den nicht mehr existenten Einrichtungen operieren ließen, sind aufgerufen, umgehend ärztliche Beratung in Anspruch zu nehmen”, sagte Spieker.

Unterdessen erklärte der Sprecher, dass zwei Kliniken entgegen der Lieferlisten der französischen Behörden nicht mit den Implantaten beliefert wurden. Am Montag war das Ministerium zunächst von sieben betroffenen Einrichtungen ausgegangen.

Die Implantate von PIP stehen im Verdacht, schneller als andere Implantate zu platzen und gesundheitsschädigend zu sein. Die Kosten für die Entfernung müssen nach Ansicht des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums von den Krankenkassen übernommen werden.

Die Grünen-Abgeordnete Ursula Helmhold sprach am Freitag von einem „Systemversagen in der Patientensicherheit”. Niedersachsen müsse sich über eine Bundesratsinitiative für einen besseren Schutz von Patienten einsetzen. „Die derzeitigen Regelungen für die Zulassung von Medizinprodukten sind lückenhaft und unzureichend”, sagte Helmhold. Zudem forderte sie die Einrichtung eines Fonds für die Geschädigten, in den die Hersteller der Implantate einzahlen.

Spieker betonte am Freitag, dass nicht auszuschließen sei, dass auch andere „baugleiche Produkte” betroffen sein könnten. „Das Problem kann noch größer werden”, sagte er. Die Gewerbeaufsichtsämter seien inzwischen sensibilisiert worden. So lange aber keine Kenntnisse über Beschwerden vorliegen, wäre es nicht hilfreich, Patientinnen zu verunsichern. © dapd/aerzteblatt.de

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