Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kommunale Krankenhäuser: Honorarärzte wollen keine Streikbrecher sein

Dienstag, 17. Januar 2012

Frankfurt M. – Die Vorbereitungen für den Streik an den kommunalen Krankenhäusern laufen auf Hochtouren. Andreas Botzlar, zweiter Vorsitzender des Marburger Bundes, erklärte nach einem Netzwerktreffen von Ärztinnen und Ärzten kommunaler Krankenhäuser gestern in Frankfurt am Main: „Es wird vom ersten Tag an einen flächendeckenden Vollstreik geben, der maximalen wirtschaftlichen Druck erzeugen wird.“

Für die Millionenverluste, die dann entstünden wäre einzig und allein die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) verantwortlich. Er warnte zudem die Arbeitgeberseite davor, die Streikbereitschaft der Ärzte zu unterschätzen. „Der Unmut der Ärzte über das Dumpingangebot der VKA ist riesengroß“, so Botzlar.

Am 26. Januar soll der unbefristete Streik der Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern beginnen. In Frankfurt am Main soll es an diesem Tag eine zentrale Kundgebung des MB geben.

Vorangegangen war eine Urabstimmung, bei der 92,7 Prozent der Marburger-Bund-Mitglieder für die Aufnahme von Arbeitskampfmaßnahmen stimmten, um den Forderungen der Ärztegewerkschaft in den Tarifverhandlungen mit der VKA Nachdruck zu verleihen.

Der Druck auf die kommunalen Klinikarbeitgeber erhöht sich nun zusätzlich dadurch, dass der Bundesverband der Honorarärzte die Streiks und die Ziele der angestellten Klinikärzte ausdrücklich unterstützt. Der Verband ruft alle Honorarärzte dazu auf, nicht als „Streikbrecher“ aufzutreten und sich solidarisch mit den angestellten Ärzten zu zeigen. Auch die eigenen Mitglieder seien von den schlechten Arbeitsbedingungen in den Kliniken betroffen.

Der Honorararzt-Verband verwahrt sich in diesem Zusammenhang gegen den Vorwurf, Honorarärzte betrieben „Rosinenpickerei“, und suchten sich nur die besten und lukrativsten Dienste heraus. Viele Honorarärzte seien in chronisch unterbesetzen Bereichen tätig und würden oft im Notarztbereich eingesetzt. Sie übernähmen auch regelmäßig unbeliebte Wochenend- und Feierabenddienste.

Der MB fordert in der Tarifrunde unter anderem eine lineare Gehaltserhöhung für die Ärzte um sechs Prozent, eine deutlich bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste und eine Begrenzung der Bereitschaftsdienste auf vier pro Monat. Die VKA bietet eine lineare Entgelterhöhung um 1,48 Prozent, eine Steigerung der Bereitschafts­dienstentgelte um ebenfalls 1,48 Prozent, eine Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro und die Einführung einer zusätzlichen Gehaltsstufe für Assistenzärzte in Weiterbildung zum Facharzt. Die Begrenzung der Bereitschaftsdienste lehnen die Klinikarbeitgeber ab. Besonders in kleinen Abteilungen sei dies nicht praktikabel. © jp/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

trian
am Mittwoch, 18. Januar 2012, 08:35

Solidarität

Viel Erfolg!

Nachrichten zum Thema

14.12.17
Pflegepersonal an Uniklinik Freiburg im Ausstand
Tübingen – Die Warnstreiks an den Unikliniken im Südwesten sind heute in die nächste Runde gegangen. Beschäftigte in Freiburg legten mit Beginn der Frühschicht die Arbeit nieder, sagte ein Sprecher......
13.12.17
Rund 1200 Angestellte der Uniklinik Tübingen streiken
Tübingen – An der Tübinger Uniklinik haben am Mittwoch rund 1.200 Beschäftigte gestreikt. Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit, die zu dem Warnstreik aufgerufen hatte. Demnach wurde......
11.12.17
Landespflegekammer Rheinland-Pfalz für Pflegeoffensive auf Bundesebene
Mainz – Die rheinland-pfälzische Landespflegekammer hat angemahnt, die Debatte um flächendeckende, allgemeinverbindliche Tarifverträge inhaltlich und substanziell zu führen. Eine Pauschalablehnung,......
11.12.17
Verdi ruft zu Warnstreiks in Tübingen und Freiburg auf
Tübingen/Freiburg – Nach ergebnislosen Verhandlungen über Mitarbeiterentlastung in den vier Südwest-Unikliniken hat die Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks aufgerufen. In Tübingen sollen Beschäftigte......
06.12.17
Arbeitgeberverband Pflege gegen flächendeckende Tarifverträge
Berlin – Der Arbeitgeberverband Pflege hat heute flächendeckenden allgemeinverbindlichen Tarifverträgen eine Absage erteilt. Der Verband wendet sich damit gegen entsprechende Bestrebungen auf......
28.11.17
Tarifeinigung bringt mehr Stellen am Uniklinikum Gießen und Marburg
Gießen – Am Uniklinikum Gießen und Marburg (UKGM) werden neue Stellen geschaffen, um das vorhandene Personal zu entlasten. Das haben das Klinikum und die Gewerkschaft Verdi vereinbart. Angaben beider......
07.11.17
Verdi sagt Warnstreiks an Kliniken in Tübingen und Freiburg ab
Tübingen/Freiburg – Die angekündigten Warnstreiks des Pflegepersonals an den Unikliniken in Tübingen und Freiburg sind von der Gewerkschaft Verdi abgesagt worden. Grund dafür waren die Versuche der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige