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Politik

Ärzte wichtigste Ratgeber bei Arzneimittelfragen

Donnerstag, 19. Januar 2012

dpa

Berlin – Bei Fragen zu Arzneimitteln, deren Wirkungen und Nebenwirkungen, sind Ärzte die wichtigsten Ratgeber der Bürger. Das belegt eine repräsentative Studie der Krankenkasse IKK classic und des F.A.Z.-Instituts, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

88 Prozent der Befragten vertrauen Ärzten bei Fragen der Medikation am meisten. Ihnen folgen mit deutlichem Abstand Apotheker, deren Rat 54 Prozent der Bürger vertrauen. Weit abgeschlagen im Vertrauensranking der Verbraucher rangieren hingegen Internetforen, Social Media, Blogs sowie die Pharmaindustrie. Für nur jeweils vier Prozent der Befragten sind Empfehlungen aus diesen Quellen bei Kauf und Einnahme von Medikamenten relevant.

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„Dies ist ein eindeutiges Signal, dass die Therapiehoheit des Arztes als Basis guter und sicherer Medikation ungeteilte Anerkennung bei der Bevölkerung besitzt“, sagte Gerd Ludwig, Vorstandsvorsitzender der IKK classic. Das Vertrauen der Bürger in die Kompetenz der Ärzte sei ein hohes Gut, dessen Erhalt bei allen Überlegungen zur Arzneiversorgung eine zentrale Rolle spielen müsse.

Auf die Arzneimittel selbst angesprochen, berichteten 82 Prozent der Befragten, bislang persönlich bei Medikamenten noch nie Erfahrungen mit unerwünschten Nebenwirkungen gemacht zu haben. 51 Prozent bewertet das Arzneimittelangebot als zu unübersichtlich, 47 Prozent ist überzeugt, dass Medikamente in Deutschland zu teuer sind.

Deutlich wird in der Studie auch, dass die Bürger sich eine intensivere Beratung über Wirkungen und Risiken von Arzneimitteln wünschen. So würden mehr als die Hälfte neue Informationsmedien zum Thema begrüßen; über ein Drittel (35 Prozent) kritisiert, dass Ärzte bislang zu wenig über Arzneimittelwirkungen beraten würden. © hil/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 20. Januar 2012, 18:52

"Zu Risiken und Nebenwirkungen ...

...fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" - ich kann es bald nicht mehr hören! Dem Apotheker wird bei verschreibungspflichtigen Medikamenten wenigstens ein Apothekenentnahmeentgelt ("Schubladengebühr") von 8,10 € pro Einzelpackung - natürlich rabattiert - zugestanden. Und bei OTC-Präparaten ein Umsatzanteil.

Wie die Studie der IKK classic und des F.A.Z.-Instituts allerdings nachweist, sind Ärztinnen und Ärzte primäre Ansprechpartner, die Beratungen über Paracetamol, ACC akut, Gelomyrtol, Aspirin complex, Harnstoffsalbe, Transpulmin & Co. selbstverständlich k o s t e n f r e i neben ihrem Alltagsgeschäft zu verrichten haben. Während wir uns bei umfänglichen differentialtherapeutischen Erörterungen über verschreibungspflichtige Medikamente alternativlos mit einem kleinen Regelleistungsvolumen trösten sollen?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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