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Infokampagne zur Gesundheitsvorsorge von Migranten in Baden-Württemberg

Freitag, 20. Januar 2012

dpa

Stuttgart – Mit einer Informationskampagne will das baden-württembergische Integrationsministerium den Benachteiligungen von Migranten in der Gesundheits- und Altersvorsorge entgegenwirken. Eine Veranstaltungsreihe solle zugewanderte Menschen besser über das soziale Sicherungssystem in Deutschland aufklären, sagte Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) am Freitag in Stuttgart.

Migranten gingen seltener als andere Menschen zu medizinischen Vorsorgeuntersuchungen wie der Grippeschutzimpfung oder der Krebsfrüherkennung, erläuterte die Ministerin. Gründe seien Probleme mit der Sprache, kulturelle Unterschiede und Wissenslücken. Mit dem geplanten Informationsangebot komme man „dem Ziel der Chancengleichheit im Bereich sozialer Sicherheit einen wichtigen Schritt näher“.

Veranstaltungen auch in Fremdsprachen
Geplant ist ein zweijähriges Pilotprojekt in Stuttgart, das vom Integrationsministerium und der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg koordiniert wird. Migrantenvereine können über das Ministerium kostenlos Referenten für Informationsveranstaltungen buchen.

Die Experten kommen jedoch nicht aus der Behörde, sondern von Projektpartnern wie den Volkshochschulen, der Agentur für Arbeit oder der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Mit einfachen Worten sollen die Referenten das wichtigste Grundlagenwissen vermitteln – auf Anfrage auch in türkischer, griechischer oder italienischer Sprache. Möglich sind Veranstaltungen zur gesetzlichen Rente und Altersvorsorge, zur gesundheitlichen Selbsthilfe, zur Pflege im Alter, zur medizinischen Rehabilitation oder zur Berufsorientierung.

Das Angebot soll auch als Vorbild für andere Städte dienen. Öney sagte: „Wir hoffen natürlich, dass es eine Strahlwirkung haben wird auf das ganze Land und auf andere Bundesländer.“
 

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Migranten stärker von Altersarmut bedroht
Migranten seien deutlich stärker von Altersarmut bedroht als der Rest der Bevölkerung, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, Andreas Schwarz. Weil zugewanderte Menschen oft schlechter ausgebildet seien, verdienten sie durchschnittlich weniger Geld und seien häufiger arbeitslos. Außerdem kämen viele aus Ländern ohne ein vergleichbares Sozialsystem und hätten kürzer in die Versicherung eingezahlt.

Die Sprache sei aber auch ein Problem, da das soziale Sicherungssystem ohne Deutschkenntnisse kaum verständlich sei. Selbst für Muttersprachler sei es "unheimlich schwer, dieses System auf Anhieb zu begreifen", sagte Schwarz. © dapd/aerzteblatt.de

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