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Politik

Bundeswehr: Sanitätsdienst immer noch unterbesetzt

Dienstag, 24. Januar 2012

dpa

Berlin – Der Sanitätsdienst der Bundeswehr hat zu wenig Personal, um seine Aufgaben zu erfüllen. Dies stellt der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Hellmut Könighausen in seinem Jahresbericht fest, den er am Dienstag in Berlin vorlegte. „Ohne Rückgriff auf zivile Ärzte und Einrichtungen könnten die freie Heilfürsorge und die Versorgung im Einsatz nicht gewährleistet werden", stellte Königshausen fest. Dies sei jedoch die Kernaufgabe des Sanitätsdienstes.

Durch die Verpflichtung von Seiteneinsteigern, vor allem von ehemaligen Musterungsärzten, und durch rückläufige Aussteigerzahlen hat sich nach Aussage des Zentralen Sanitätsdienst zwar die Zahl der Sanitätsoffiziere positiv entwickelt. Trotzdem fehlten noch weitere Ärzte, um die Soldatinnen und Soldaten ausreichend zu versorgen.

Vor allem bei den Qualifikationen für Einsätze beständen noch Defizite, heißt es in dem Bericht, so dass nur ein Teil der Sanitätsoffiziere im Ausland eingesetzt werden könne. Der Wehrbeauftragte schlägt unter anderem verbesserte Beförderungsmöglichkeiten und eine an die zivile Vergütung angepasste Besoldung vor, um Ärzte für den Sanitätsdienst zu interessieren oder zur Verpflichtung als Berufssoldat zu motivieren.

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Die Zahl traumatisierter Soldaten ist im letzten Jahr um mehr als 25 Prozent gestiegen und hat damit einen neuen Höchststand von 922 erreicht. „Ein Problem sind dabei die immer noch unzureichenden Behandlungskapazitäten, weil es zu wenig Psychologen und Psychiater bei der Bundeswehr gibt“, erklärte der Wehrbeauftragte. Die Hälfte der psychiatrischen Stellen im Sanitätsdienst konnte bisher nicht besetzt werden.

Deshalb müsse auch bei Soldaten mit psychischen Belastungen wie Angstzuständen, depressiven Störungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen auf zivile Therapeuten zurückgegriffen werden. Dies sei jedoch ebenfalls mit langen Wartezeiten verbunden, da auch in der Regelversorgung Psychotherapeuten fehlten. Der Wehrbeauftragte empfiehlt deshalb den Aufbau eigener Ausbildungsgänge, um die notwendigen psychotherapeutischen Kapazitäten zu schaffen. © mei/aerzteblatt.de

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