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IQWiG sieht Nutzen von HPV-Tests – aber keine Empfehlung für Screening-Strategie

Dienstag, 24. Januar 2012

Köln – Tests auf humane Papillomaviren (HPV) können Vorstufen des Gebärmutter­halskrebses früher erkennen und behandelbar machen. Tumoren treten in der Folge seltener auf. Dabei kann der HPV-Test allein oder zusätzlich zu einem sogenannten Pap-Test eingesetzt werden. Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem heute publizierten Abschlussbericht zum Thema.

In die gleiche Richtung wiesen bereits die abschließenden Ergebnisse einer großen randomisierten klinischen Studie aus den Niederlanden, die im Dezember 2011 in Lancet Oncology (doi: 10.1016/S1470- 2045(11)70296-0) erschienen waren.

Allerdings besteht laut IQWiG bei beiden Verfahren der Früherkennung auch die Gefahr unnötiger Folgebehandlungen. Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bieten die gesetzlichen Krankenkassen derzeit eine jährliche zytologische Untersuchung der Schleimhautzellen aus einem Abstrich vom Gebärmutterhals, den sogenannten Pap-Test an.

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Seit bekannt ist, dass humane Papillomaviren der Hauptrisikofaktor für ein Zervixkarzinom sind, diskutieren Experten darüber, ob sich auch ein HPV-Test für das Screening eignet oder einem zytologischen Test sogar überlegen ist. Den HPV-Test zahlt die gesetzliche Krankenversicherung bislang nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei einem unklaren Pap-Befund.

Die Wissenschaftler des IQWiG suchten nach Studien, die die HPV-Diagnostik allein oder in Kombination mit einem zytologiebasierten Verfahren mit einer Strategie verglichen, die ausschließlich zytologiebasierte diagnostische Tests im Primärscreening einsetzt. Sie konnten sechs randomisierte kontrollierte Studien einbeziehen, die in Finnland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und in Schweden durchgeführt worden waren. 235.613 Frauen waren für die Studien rekrutiert worden, um sie in wenigstens zwei Screeningrunden im Abstand von mindestens drei Jahren auf Vorstufen des invasiven Zervixkarzinoms zu untersuchen.

Die Studien erlauben laut den IQWiG-Wissenschaftlern aber keine Aussagen zum Gesamtüberleben, zu der durch den Gebärmutterhalskrebs bedingten Sterblichkeit oder zur Lebensqualität, da zu diesen Kriterien in den Studien keine beziehungsweise keine verwertbaren Daten erhoben wurden. Auch für einen möglichen Schaden gibt es offenbar keine verwertbaren Daten. © hil/aerzteblatt.de

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