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Ausland

Konsortium will vernachlässigte Tropenkrankheiten besiegen

Montag, 30. Januar 2012

dpa

London – Ein Konsortium aus 13 Pharmafirmen, der Gates-Stiftung sowie der Regierungen der USA, Großbritanniens und der Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Bereitschaft zur Bekämpfung von Tropenerkrankungen bekundet. Sie wollen Behandlung und Erforschung von zehn vernachlässigten Erkrankungen intensivieren.

Die Bereitschaft kostenlose Medikamente für seltene Tropenerkrankungen bereit zu stellen, hat in der Pharmaindustrie durchaus Tradition. So stellt MSD seit vielen Jahren das breit gegen Parasiten wirksame Mittel Ivermectin kostenlos zur Behandlung der Onchozerkose (Flussblindheit) und der lymphatischen Filariose zur Verfügung.

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GlaxoSmithKline gibt das Anthelminthikum Albendazol zur Behandlung von Wurmerkrankungen kostenlos ab. Johnson & Johnson spendet zum gleichen Zweck Mebendazol. Merck KGaA stellt Praziquantel zur Verfügung.

Bayer stiftet das Antiprotozoikum Nifurtimox zur Behandlung der Chagas-Krankheit, Eisai gibt Diethylcarbamazin (DEC) zur Therapie der Chagas-Krankheit ab. Gilead verlangt für AmBisome zur Behandlung der viszeralen Leishmaniose nur den Selbstkostenpreis. Novartis engagiert sich für die Behandlung von Leprapatienten mit den Wirkstoffen Rifampicin, Clofazimin und Dapson. Pfizer bekämpft das Trachom mit Azithromycin. Sanofi hat ein Programm zur Behandlung der Trypanosomiasis mit Elornithin, Melarsoprol und Pentamidin.

Alle 13 Firmen versprechen jetzt ihre Programme fortzusetzen und teilweise deutlich auszuweiten. Nach Auskunft des internationalen Pharma-Dachverbands IFPMA (International Federation of Pharmaceutical Manufacturers and Associations) könnten in dieser Dekade 14 Milliarden Behandlungen möglich werden für etwa eine Milliarde Menschen, die unter den vernachlässigten, aber keineswegs seltenen Erkrankungen leiden.

Zu der Initiative gehören auch eine verstärkte Arznei­mittel­forschung und die Förderung von Infrastruktur­maßnahmen und Gesundheitskampagnen. Dabei wollen Stiftung und Pharmahersteller auch mit der Welt­gesundheitsorganisation, weiteren internationalen Gesundheitsorganisationen, der Weltbank und verschie­denen Regierungen zusammenarbeiten. © hil/rme/aerzteblatt.de

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