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Medizin

Lumbale Bandscheiben­degenerationen bei Über­gewichtigen häufiger

Montag, 6. Februar 2012

dpa

Họngkong – Übergewichtige oder fettleibige Erwachsene weisen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine Bandscheibendegeneration auf als Personen mit einem normalen Body-Mass-Index (BMI). Mit Hilfe von MRT-Bildern konnten Wissenschaftler um Dino Samartzis von der University of Hong Kong verdeutlichen, dass ein höherer BMI die Wahrscheinlichkeit für Bandscheibendegenerationen und weitere degenerative Prozesse erhöht. Die Forscher publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Arthritis and Rheumatism (DOI:10.1002/art.33462).

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) berichtet, dass die Zahl der Menschen mit Adipositas sich seit den 1980er Jahren weltweit mehr als verdoppelt hat. Laut der WHO waren 2008 rund 1,5 Milliarden Menschen ab einem Alter von 20 Jahren übergewichtig.

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Bisherige Forschungsarbeiten haben bereit gezeigt, dass Adipositas zu lumbalen Rückenschmerzen führen kann, diese wiederum können die Lebensqualität verringern und die Betroffenen bei alltäglichen Arbeiten stark beeinträchtigen.

Die Bandscheibendegeneration ist eine mögliche Ursache für lumbale Rückenschmerzen. Die Wissenschaftler untersuchten deshalb den Einfluss des BMIs auf diesen degenerativen Prozess. Das Forscherteam untersuchte die Daten von 2.559 Studienteilnehmern zwischen 2001 und 2009.

1.040 Männer und 1.559 Frauen nahmen an der Untersuchung teil, mit einem durchschnittlichen Alter von 42 Jahren. Die Forscher führten verschiedene klinische Untersuchungen durch und fertigten außerdem MRT-Bilder der lumbalen Wirbelsäule an.

Die Studienergebnisse zeigten, dass 73 Prozent der Studienteilnehmer eine Bandscheibendegeneration aufwiesen. Je älter die Personen waren, desto wahrscheinlicher war das Vorkommen der Degeneration. Die Wissenschaftler untersuchten außerdem den Einfluss des BMIs auf die lumbale Bandscheibendegeneration und konnten so entdecken, dass ein erhöhter BMI nicht nur häufiger mit degenerativen Veränderungen der Bandscheiben assoziiert war, sondern diese Degenerationen auch schwerwiegender waren als bei normalgewichtigen Personen.

So lag der mittlere BMI bei Personen mit einer degenerativen Bandscheibenerkrankung bei 23,3kg/m², gegenüber einem BMI von 21,7kg/m² bei Personen ohne Degenerationen in diesem Bereich.

Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass die degenerativen Prozesse einen komplexen Prozess darstellen und dementsprechend weitere Studien vonnöten seien, um mögliche andere Einfluss- und Risikofaktoren zu untersuchen. Ein tieferes Verständnis der Prozesse, wie ein erhöhter BMI sich auf lumbale Rückenschmerzen und Bandscheibendegenerationen auswirke, könnte den Weg für neue Therapiemaßnahmen ebnen. © hil/aerzteblatt.de

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