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Vermischtes

Schadstoffe und Krankheitserreger im Trinkwasser bekämpfen

Montag, 6. Februar 2012

Berlin – Neue Schadstoffe und Krankheitserreger im Wasserkreislauf sind eine Herausforderung für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. Eine neue Fördermaßnahme „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf – RiSKWa“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) soll Antworten darauf finden.

Laut der Dechema Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie weisen Chemiker seit einigen Jahren viele neuere Stoffe mit Umweltrelevanz in Kläranlagenabläufen und Fließgewässern nach. Es handelt sich dabei um Arzneimittel, Hormone, Sonnenschutzmittel, Waschmittelinhaltsstoffe, Tenside oder Flammschutzmittel, die unter der Bezeichnung „Anthropogene Spurenstoffe“ zusammengefasst werden.

Neue Erkenntnisse deuten laut der Dechema darauf hin, dass viele von ihnen schlecht abbaubar sind und sich in der Umwelt anreichern. Um sie zu entfernen, seien neben den klassischen Verfahren der Abwasserreinigung und Trinkwasseraufbereitung aufwendige Zusatzmaßnahmen notwendig, sonst könnten sie früher oder später ins Trinkwasser gelangen. Eine ähnliche Situation bestehe bei Krankheitserregern.

„Gerade die Vielfalt der anthropogenen Spurenstoffe und der neuen Krankheitserreger erweist sich sowohl in Hinblick auf die Bewertung als auch Elimination als große Herausforderung“, hieß es aus der Fachgesellschaft. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziere deshalb in den nächsten drei Jahren im Rahmen der Fördermaßnahme zwölf Verbundforschungsvorhaben mit 30 Millionen Euro. Ziel ist es, innovative Technologien und Konzepte zum Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern für den vorsorgenden Gesundheits- und Umweltschutz zu entwickeln. © hil/aerzteblatt.de

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wilfriedsoddemann
am Dienstag, 7. Februar 2012, 07:26

Fäkalien oft auch in Deutschland im Trinkwasser

Im Trinkwasser Deutschlands sind oft auch Fäkalien. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit warnt: „Grenzwertüberschreitungen bei Fäkalkeimen der Trinkwasserverordnung sind in 25%, im Sommer sogar in 33% der Trinkwasserproben. Im Grund- und Trinkwasser Bayerns werden regelmäßig Legionellen nachgewiesen.“ Anderswo in Deutschland wird das kaum anders sein. Das Umweltbundesamt UBA publizierte schon im März 2007, dass seit Inkrafttreten der Trinkwasserverordnung 2001 über häufigere Grenzwertüberschreitungen bei coliformen Bakterien geklagt wird. Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hat 2007 über eine stabile und aktive Bakterienpopulation im Trinkwasser der Harzwasserwerke in Braunschweig berichtet. Prof. Exner, Chef der Trinkwasserkommission vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, hat mehrfach Enterobacter cloacae im aufbereiteten Trinkwasser aus Talsperren gefunden. Das UBA hat bei Berliner Trinkwasseraufbereitungsanlagen nachgewiesen, dass deren Virusfiltration im Mittel 10.000-fach geringer ist als dies die Trinkwasserrichtlinie der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO bei Oberflächenwasser seit 2004 fordert. Das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt Krefeld hat in fertig aufbereiteten Trinkwässern aus der Region Aachen humane Rotaviren mit einer Positivenrate von 20% gefunden. Der erste Zwischenbericht „Reine Ruhr“ in NRW betont wie der Statusbericht „Reine Ruhr“ vom Juni 2010 die Belastung des Trinkwassers durch Viren.

Verschonen Sie bitte Ihr Kind und sich selbst vor nicht abgekochtem Leitungswasser! Nehmen Sie einmal eine Glaskanne voll Leitungswasser und lassen das Wasser auf der Herdplatte verdampfen. Schauen Sie sich den Abdampfrückstand am Boden der Glaskanne an. Die graue und braune Trübung transportiert die Infektionserreger. Ein weißer Bodenbelag enthält im Wesentlichen unschädliche Magnesium- und Calciumcarbonate, die die Härte des Trinkwassers ausmachen.

Die Wasserversorger sind nahezu zu 100% im BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. organisiert. Am Lobbyisten BDEW hängt der DVGW dran, die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V., die die eigenen technischen Regeln festlegt. Und die Trinkwasserkommission vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium ist zu rund 47% mit stimmberechtigten Wasserversorgern und mit Professores, die von denen ihre Aufträge bekommen, besetzt. Erkennen Sie die mafiöse Struktur der Wasserversorger?

Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann: Das Liefern von Trinkwasser mit Krankheitserregern ist ein Straftatbestand! Wasserwerke mit der üblichen veralteten Technik können Krankheitserreger nicht umfassend filtern oder abtöten. Trinkwasser enthält oft Bakterien, Parasiten und Viren. Deshalb muss das Trinkwasser mit der Ultrafiltration für rund einen halben Euro pro Person und Monat aufbereitet werden. Die Wasserversorgungsunternehmen sind gefordert!

Mikrobiologische Trinkwasserüberwachung in Deutschland weder unabhängig noch effizient:

Das System der Trinkwasserüberwachung in Deutschland wird als problematisch beurteilt, da Trinkwasseruntersuchungen nahezu ausschließlich von den Wasserversorgungsunternehmen selbst oder in ihrem Auftrag durchgeführt werden. Deutsche Wasserversorgungsunternehmen sind meist öffentlich-rechtliche kommunale Betriebe, Zweckverbände oder privat-rechtliche Gesellschaften mit kommunaler Beteiligung. Für die gesetzliche Trinkwasserüberwachung sind - ebenfalls auf kommunaler Ebene - die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Dem Bund und den Ländern sind keine Aufgaben zur regelmäßigen Trinkwasserüberwachung vor Ort übertragen. Gechlortes Trinkwasser wird oft erst nach der Chlorung auf die Indikatorbakterien der Trinkwasserverordnung untersucht, so dass positive bakteriologische Befunde selten sein müssen. Negative bakteriologische Befunde sind keine Nachweise der Virenfreiheit. Untersuchungen auf pathogene Viren finden in Deutschland so gut wie nicht statt, obwohl aus einer Vielzahl von Untersuchungen bekannt ist, dass Viren im Trinkwasser enthalten und Auslöser von Epidemien sein können. Norovirus- und Rotaviruserkrankungen sind die von den Gesundheitsämtern dem Robert Koch-Institut Berlin am häufigsten gemeldeten Virusinfektionen in Deutschland. Die Trinkwasserüberwachung ist unabhängigen Behörden und Untersuchungsstellen der Länder zu übertragen. Auf die Indikatorbakterien der Trinkwasserverordnung ist stets vor der Chlorung zu untersuchen. Trinkwasser ist systematisch auch auf Noro- und Rotaviren zu untersuchen.

soddemann-aachen@t-online.de
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12909
http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren

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