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Politik

PKV begrüßt Deckelung der Vermittlungs­provisionen

Dienstag, 7. Februar 2012

Berlin – Die private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) begrüßt, dass die Provisionen für die Vermittlung einer PKV-Vollversicherung durch den Gesetzgeber gedeckelt werden. „Eine gesetzgeberische Lösung war von der Branche gewünscht“, sagte der Generaldirektor der Barmenia Versicherungen, Josef Beutelmann, heute auf dem MCC-Kongress Kassengipfel 2012 in Berlin. Aus kartellrechtlicher Sicht habe die PKV keine eigenständige Lösung herbeiführen können.

Nachdem externe Makler von den privaten Krankenversicherern bis zu 18 Monatsbeiträgen für die Vermittlung einer Vollversicherung erhalten hatten, hat der Gesetzgeber mit der Novellierung des Versicherungsaufsichtsgesetzes nun Obergrenzen für Provisionen eingeführt.

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So sind ab dem 1. April Abschlussprovisionen auf 9,9 Monatsbeiträge begrenzt. Zudem erhält der Makler erst die volle Provision, wenn der vermittelte Versicherte fünf Jahre bei dem neuen Versicherer geblieben ist. Auf diese Weise soll Maklern der Anreiz genommen werden, Versicherte bereits nach kurzer Zeit an einen anderen Versicherer zu vermitteln, um erneut eine Provision zu erhalten.

Die Provisionen seien auch unter den neuen Regelungen für die Vermittler auskömmlich, erklärte Beutelmann. Aber eine gute Beratung müsse auch bezahlt werden. Nun müsse die PKV alle etwa 260.000 Verträge mit den Vermittlern anpassen. „Eine Herkulesaufgabe“, so der Barmenia-Direktor.

Die PKV sei trotz aller Unkenrufe eine Branche mit Zukunft, betonte Beutelmann. Gerade der Wettbewerb zwischen PKV und gesetzlicher Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) mache das deutsche Gesundheitssystem zu einem der besten der Welt.

Dieser Ansicht war auch Wilfried Jacobs. Man solle um Himmels Willen keine Diskussion um die Abschaffung der PKV führen, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg. Denn das Nebeneinander von PKV und GKV regele der Markt, und er regele es ehrlich.

In manchen Bereichen könne man auch von der Branche lernen. „Die PKV hat Recht, wenn sie sich schnell um die Versicherten kümmert“, so Jacobs. Für die GKV sei es wichtig, den Service auszubauen und nah an den Menschen zu sein. „Ich habe einmal auf einen Controller gehört und 35 Geschäftsstellen abgebaut, weil die zu teuer gewesen seien“, sagte Jacobs. „Das war meine größte Fehlentscheidung.“ Nun hätten die Geschäftsstellen auch samstags für drei Stunden geöffnet, und das Callcenter sei rund um die Uhr mit Fachärzten besetzt. © fos/aerzteblatt.de

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