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Ärzteschaft

Streit um Arzneimittelausgaben in Niedersachsen

Mittwoch, 8. Februar 2012

dapd

Hannover – Gegen Vorwürfe des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), Niedersachsens Ärzte lägen bei der Senkung der Arzneimittelausgaben deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt, wehrt sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Bundeslandes. „Wir haben mit unseren Vertragspartnern die Zahlen der GKV-Arzneimittel-Schnellinformationen (GamSi) als Grundlage der Verordnungsauswertung vereinbart. Aber eine verbindliche Endabrechnung nach den GamSi-Daten haben wir noch nicht einmal für das Jahr 2010“, sagte KV-Vorstand Mark Barjenbruch heute in Hannover.

Der vdek hatte am 3. Februar kritisiert, die Kassen profitierten in Niedersachsen deutlich weniger von sinkenden Arzneimittelkosten als in anderen Ländern. Laut einer Statistik der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände seien die Arzneimittelausgaben im vergangenen Jahr bundesweit um 2,81 Prozent im Vergleich zu 2010 zurückgegangen, in Niedersachsen aber nur um 2,03 Prozent.

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„Die Ärzte haben durch ihr Verordnungsmanagement den Schlüssel in der Hand. Für dieses Jahr sind größere Anstrengungen erforderlich, um zumindest nicht dem allgemeinen Trend hinterherzuhinken“, sagte der Leiter der vdek-Landesvertretung, Jörg Niemann.

Die KV geht dagegen nach den vorläufigen GamSi-Verordnungsdaten davon aus, dass die niedersächsischen Vertragsärzte die mit den Krankenkassenverbänden für 2010 vereinbarten Ausgabenobergrenzen eingehalten haben. „Damit haben sich die niedersächsischen Vertragsärzte als vertragstreu und verantwortungsbewusst erwiesen“, betonte Barjenbruch. Er sei enttäuscht von der Vorgehensweise des vdek. Alle Sparanstrengungen gingen von der KV aus.

Der vdek unternehme von sich aus nichts, was die Patienten zu einem wirtschaftlichen Umgang mit Arzneimitteln anhalte. Im „Regionalpaket“ 2011 hätten KV und Kassenverband vereinbart, dass die Verbände der Krankenkassen die KV in ihren Anstrengungen bei der Pharmakotherapie- und Heilmittelberatung unterstützen. „Doch bis heute haben wir keine Datenauswertungen oder andere Unterstützung vom vdek erhalten“, kritisierte Barjenbruch.   hil

© hil/aerzteblatt.de

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