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Adipöse Kinder profitieren auch langfristig von gezielter Förderung

Donnerstag, 9. Februar 2012

dapd

Heidelberg – Bewegungsförderung und Ernährungsberatung wirken bei adipösen Kindern – auch langfristig. Das zeigen die Ergebnisse einer Langzeitstudie der Universität Heidelberg, in deren Rahmen 120 Kinder von 2006 bis 2010 an einem Bewegungsförderungs- und Ernährungs­programm teilgenommen haben. An dem Projekt waren Arbeitsgruppen des Instituts für Sport und Sportwissenschaft, der Inneren Medizin der Universität Heidelberg, der Kinder- und Jugendklinik sowie der Sportmedizin beteiligt.

Ausgangspunkt des von der Manfred Lautenschläger- und der Günter Reimann-Dubbers Stiftung unterstützten Projekts war das Ergebnis einer repräsentativen Robert-Bosch-Studie aus dem Jahr 2006, wonach 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zu dick sind. „Das Projekt ‚Ballschule - leicht gemacht’ zielte in einer bisher einzigartigen Weise auf die Untersuchung der Wirkungen von Bewegungsförderung und Ernährungsberatung auf motorische, psychosoziale und medizinisch-gesundheitliche Merkmale von übergewichtigen Kindern“, erklärte Klaus Roth vom Institut für Sport und Sportwissenschaft (ISSW).

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Die Kinder konnten dabei über sechs Monate hinweg an einer von vier Programmvarianten teilnehmen. Dabei wurden die Therapiebausteine Ernährungsberatung und Bewegungsförderung gemeinsam oder getrennt voneinander angeboten, um die unterschiedlichen Wirkungen auf die Entwicklung der übergewichtigen Kinder zu untersuchen. Vor Beginn und nach Ende der Interventionen wurde in der Kinder- und Jugendklinik sowie der Inneren Medizin der Gesundheitsstatus der Kinder umfassend analysiert. Zudem nahmen die Kinder am ISSW an motorischen, kognitiven und psychosozialen Tests teil.

„Bei der Durchführung des Programms spielte die Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Wir haben […]Kompetenzen vermittelt, damit die Kinder mehr Erfolgserlebnisse und damit mehr Spaß am Sporttreiben haben und sich die Wahrscheinlichkeit eines langfristig bewegungsaktiven und gesundheitsfördernden Lebensstils erhöht“, erklärte Ulrike Hegar vom ISSW.

Die Auswertungen der motorischen Leistungstests zeigten deutliche Verbesserungen bei den Kindern, die an der Bewegungsförderung teilnahmen. Sie betreffen einerseits die koordinativ-motorische Leistungsfähigkeit und die motorische Intelligenz, andererseits die konditionelle Belastbarkeit der Kinder bei Ausdaueranforderungen.

Auch bei den medizinischen Parametern zeigte sich ein Vorteil für die Kinder, die an dem Bewegungs- und Ernährungsprogramm teilnahmen: Sie nahmen nicht nur weniger zu, sondern wiesen auch bessere Werte bei der Vermessung der Arterienwanddicke per Ultraschall auf. „Dass das Projekt auch nachhaltig erfolgreich ist, zeigt sich an mehreren Mannheimer Schulen in sozialen Brennpunktvierteln, wo die ‚Ballschule - leicht gemacht’ seit Abschluss des Projekts einen festen Bestandteil des Nachmittagsangebots bildet“, erklärte Roth.

© hil/aerzteblatt.de

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