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Ärzteschaft

Quereinstieg Allgemeinmedizin: Erster Teilnehmer

Donnerstag, 16. Februar 2012

Neukirchen/Bad Segeberg – Von einem ersten Quereinsteiger in die Allgemeinmedizin berichtet die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Schleswig-Holstein. Bernd Scharfe, ehemaliger Oberarzt für Anästhesie und Intensivmedizin an der Ostseeklinik Damp, nutze als erster Mediziner in Schleswig-Holstein die neue Möglichkeit zum Quereinstieg in die Allgemeinmedizin.

Davon profitiert die Gemeinde Neukirchen in Nordfriesland: Scharfe bietet dort ab April regelmäßig eine Sprechstunde an. Der 65-Jährige freut sich auf seine neue Aufgabe: „Ich möchte den Patienten meine langjährigen Erfahrungen als Arzt zur Verfügung stellen, damit diese wieder einen festen Anlaufpunkt für die hausärztliche Versorgung haben“, sagte er.

Die Praxis in Neukirchen ist eine Zweig- oder Filialpraxis und wird von Thomas Maurer, Allgemeinmediziner in Leck und gleichzeitig Vorsitzender des schleswig-holsteinischen Hausärzteverbands. Er hat Bernd Scharfe als Arzt in Weiterbildung angestellt.

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„Wir haben bewusst Geld in die Hand genommen, um Herrn Scharfe und Herrn Maurer attraktive Bedingungen bieten zu können“, sagte der Amtsvorsteher der Gemeinde, Peter Ewaldsen. Die Kommune bezahle ein Jahr lang die Miete und beteilige sich an den Handwerkerleistungen, die wegen der Renovierung der Praxis nötig seien. Finanzielle Unterstützung gibt es auch von der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen.

Der Quereinstieg in die Allgemeinmedizin geht auf einen Beschluss des Deutschen Ärztetages 2011 in Kiel zurück. Bereits fertige Fachärzte aus anderen medizinischen Gebieten bekommen die Gelegenheit, eine zusätzliche Weiterbildung zum Hausarzt zu absolvieren.

Franz-Joseph Bartmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein und als Vorsitzender der Weiterbildungsgremien der Bundes­ärzte­kammer Initiator des Ärztetagsbeschlusses in Kiel, begrüßte die Entscheidung von Bernd Scharfe. „Das ist die idealtypische Umsetzung der Ursprungsidee des Quereinstiegs“, sagte er.

Auch der Hausärzteverband unterstützt den Quereinstieg in die Allgemeinmedizin: „Wer nach einigen Jahren in seinem Beruf zu der Erkenntnis kommt, dass das noch nicht alles gewesen sein kann, für den ist das eine echte Chance“, sagte Landeschef Thomas Maurer. „Allerdings werden unsere Nachwuchsprobleme dadurch sicherlich nicht gelöst“, schränkte er jedoch ein.

Die Weiterbildungszeit von Bernd Scharfe beträgt 18 Monate. Aber auch danach wird er Neukirchen voraussichtlich als Hausarzt erhalten bleiben.

Anfang der Woche hatte die Bundes­ärzte­kammer „Empfehlungen für den Quereinstieg in die Allgemeinmedizin“ publiziert. Die KV Baden-Württemberg begrüßte die Empfehlungen, die zu einer Vereinheitlichung beim Quereinstieg in die Allgemeinmedizin beitragen sollen. „Wir sehen große Probleme in der Nachbesetzung vieler Hausarztpraxen, die für die Versorgung der Bevölkerung unerlässlich sind. Umso wichtiger ist es, anderen Fachärzten den Weg in die Allgemeinmedizin zu öffnen“, sagte der stellvertretende KV-Vorsitzende Johannes Fechner.

© hil/aerzteblatt.de

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Avatar #87388
Andreas Skrziepietz
am Montag, 20. Februar 2012, 15:05

Der 65-Jährige freut sich auf seine neue Aufgabe:

Hahahahahahahahahahahahahahahaha, wie geil ist das denn? Oder ist das ein verfrühter Aprilscherz?
Avatar #627771
Knoten5
am Freitag, 17. Februar 2012, 10:45

mit 65 Jahren in die Allgemeinmedizin

Das Alter dieses ersten Teilnehmers mutet einen seltsam an. Sollte man nicht lieber junge Kollegen fördern? So einen Schritt in die Allgemeinmedizin zu machen,wenn man schon den Großteil des Arbeitslebens hinter sich hat, ist auch nicht mutig und nichts Besonderes.Der Gemeinde sei es gegönnt.
Avatar #547839
Dr. med. Torremante
am Freitag, 17. Februar 2012, 10:04

Mit 65 Jahren für die KV arbeiten

Nichts gegen langes Arbeiten, aber muss man sich ausgerechnet mit 65 Jahren zum Sklaven der KV machen? Es wäre besser gewesen sich als Privatarzt niederzulassen und die Patienten auf der Basis der Kostenerstattung zu behandeln ohne sich von der KV versklaven lassen zu müssen.
LNS

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