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Politik

In Niedersachsen droht Apothekermangel

Freitag, 24. Februar 2012

dapd

Ovelgönne – In den ländlichen Gebieten Niedersachsens schließen immer mehr Apotheken. „Die Altersregelung und damit die Suche nach einem Nachfolger wird in den kommenden Jahren noch zunehmen", bestätigt die Sprecherin der Apothekerkammer Niedersachsen, Anja Hugenberg. Bereits jetzt sei jeder vierte der knapp 1.800 niedersächsischen Apothekenleiter 60 Jahre oder älter.

Das Problem sei gerade auf dem Land mit der Situation der Ärzte verbunden. „Wenn Praxen schließen, sei es aus Altersgründen, oder weil anderswo Versorgungszentren entstünden, dann schließen auch die Apotheken“, sagt Hugenberg. Denn 80 Prozent der Einnahmen würden über rezeptpflichtige Arzneien erzielt.

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Anders als in der Stadt, wo eine höhere Ärztedichte ein besseres wirtschaftliches Umfeld biete, gebe es auf dem Land zudem weniger Laufkundschaft und weniger Umsatz durch Lifestyle-Präparate wie Potenz- oder Haarwuchsmittel. „Der Patient geht zum Arzt und anschließend mit dem Rezept in die Apotheke“, sagt Hugenberg.

Dass viele junge Apotheker heute den Schritt in die Selbständigkeit scheuen, hängt nach Ansicht von Jürgen Boom, Apotheker und Sprecher des Apotheken-Notdienstkreises mittlere Wesermarsch, auch mit den „vielen neuen gesetzlichen Regelungen der vergangenen Jahre“ zusammen. Diese hätten die Situation der selbstständigen Apotheker „dramatisch“ verändert.

„Das Betriebsergebnis einer mittleren Apotheke hat sich in den vergangenen 15 Jahren fast halbiert“, sagt Boom, der sein Geschäft in Brake betreibt. Früher habe er zwölf Mitarbeiter beschäftigt, jetzt seien es noch fünf.

„Wir älteren Apotheker leben heute zum Teil von der Substanz, die jungen Kollegen müssen mit den realen Zahlen leben“, räumt der 65-Jährige ein. Das sei schwer. Dies belegt die Statistik der Apothekerkammer, nach der in den vergangenen Jahren im Flächenland Niedersachsen mehr Apotheken geschlossen als neu eröffnet wurden. „Der stetige Abwärtstrend wird sich noch fortsetzen“, ist Hugenberg überzeugt. © dapd/aerzteblatt.de

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