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Politik

Zahl der Abtreibungen in Deutschland geht zurück

Montag, 5. März 2012

Wiesbaden – In Deutschland gibt es immer weniger Abtreibungen. Im vergangenen Jahr wurden rund 108.900 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet und damit knapp 1.600 weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Zugleich wurde 2011 der niedrigste Stand bei den Schwangerschaftsabbrüchen seit 15 Jahren registriert.

Gesunken ist demnach auch die Zahl der Minderjährigen, die eine Abtreibung vornehmen ließen. Der Anteil der unter 18-Jährigen sank 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 450 auf rund 4.000.

Bei drei Viertel aller Schwangerschaftsabbrüche waren die Frauen laut Statistik zwischen 18 und 34 Jahre alt, in 14 Prozent der Fälle zwischen 35 und 39 Jahre. Knapp acht Prozent der Frauen, die ein Kind abtreiben ließen, waren 40 Jahre und älter. © afp/aerzteblatt.de

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drhilgart
am Montag, 5. März 2012, 23:48

Statistische Daten ohne Berücksichtigung der Gesetzesänderung und des Abtreibungstourismus

Um die statistischen Daten richtig zu beurteilen, ist es ordnungshalber auch wichtig, die Leser zu informieren, dass ab den 1. Januar 2010 eine wichtige
Änderung des § 218 StGB und des SchKG und zwar, der medizinischen Indikation
(inkl. der embryopatischen Indikation), in Kraft getreten ist. Am 01. Februar 2010 ist
auch das GenDG rechtswirksam geworden.
Die wichtigsten Inhalte dieser Änderung sind: mehr Pflichtberatung, mehr Information und diesmal eine Pflichtbedenkzeit.
Bereits in dem Gesetzgebungsverfahren haben sich die Mehrheit der Frauenärzte,
vertreten durch den Berufsverband der Frauenärzte, der Berufsverband der Pro
Familia, der AWO Bundesverbandes und das Deutsche Rote Kreuz für eine
zeitgemäße, freiwillige Entscheidung der Frauen ausgesprochen, leider erfolglos.
Die Konsequenzen dieser restriktiven gesetzlichen Novellierung ist, dass immer mehr Frauen mit einer medizinischen Indikation gem. § 218 StGB Abs 2, auf die
Pflichtberatung und Pflichtbedenkzeit verzichten und im benachbarten liberaleren
Ausland den Eingriff durchführen lassen.
Es war zu erwarten, dass nach dieser Gesetzesänderung die Zahl der gemeldeten
Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland sinken wird und dadurch eine falsche statistische Genugtuung für die Gegner des § 218 StGB entstehen wird.
Im Zeitalter der Globalisierung und weltweiten Liberalisierung haben restriktive Gesetze kaum noch eine Berechtigung.
Was wir Frauenärzte/Frauenärztinnen wünschen, sind weitere Maßnahmen zu einer
kinderfreundlichen Gesellschaft mit flankierenden Maßnahmen wie:
Gewährung einer Geburtsprämie, Verlängerung der Elternzeit, mehr Kindergartenplätze, attraktive Arbeitsplätze für FRauen mit KIndern, höhere Mietzuschüsse für Familien mit Kindern, bessere Integration der Frauen ins Berufsleben nach der Geburt eines Kindes, höhere
gesetzliche Zuschüsse für die künstliche Befruchtung, Optimierung der Frühferdörung für behinderte Kinder usw.
LNS

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