NewsÄrzteschaftVerschleppte Arztbesuche wegen Praxisgebühr
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Verschleppte Arztbesuche wegen Praxisgebühr

Dienstag, 6. März 2012

Kiel – Kritik an der Praxisgebühr hat der NAV-Virchowbund, Landesverband Schleswig-Holstein, geübt. „Knapp zwölf Prozent der Bevölkerung gehen nicht oder zu spät zum Arzt, weil für sie die Praxisgebühr eine zu hohe finanzielle Belastung darstellt. Dies betrifft vor allem einkommensschwache Schichten. Die später anfallenden Therapiekosten sind umso höher“, sagte der Landesgruppenvorsitzende Matthias Seusing.

Daher müsse die „Kassengebühr“, abgeschafft werden, forderte er. Mit der momentan sehr guten und auch absehbar komfortablen Finanzausstattung des Systems der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung sei die Streichung der rund 1,5 Milliarden, die den Kassen über die Arztpraxen zugutekämen, jetzt „sinnvoll, machbar und sozial richtig“, so Seusing.

Anzeige

Er wies daraufhin, dass die Gebühr die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen nicht steuere. Nach wie vor sei die Zahl der Arztkontakte pro Patient und Jahr mit rund 17 hierzulande überdurchschnittlich hoch. Problematisch sei außerdem der bürokratische Aufwand in den Praxen:

So müssten die zehn Euro sicher erfasst, in einer gesonderten Buchhaltung geführt, im EDV-System abgeglichen und im Fall von säumigen Zahlern angemahnt werden. Ein zusätzlicher Mehraufwand entsteht bei Notdiensten. Die Kosten dafür trage der Arzt selbst. Die Zeit, in der sich Praxismitarbeiter darum kümmerten, fehle den Patienten, so der Landesgruppen-Chef. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Juni 2019
Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, tritt für eine finanzielle Selbstbeteiligung von Patienten gegen übermäßig häufige Arztbesuche ein. „Bei mehrfachen und völlig
Reinhardt für finanzielle Selbstbeteiligung von Patienten bei zu vielen Arztbesuchen
29. April 2019
Kiel – Die Schleswig-Holsteiner haben in Deutschland nach wie vor besonders viele Arztkontakte. Das geht aus Zahlen der Barmer hervor. Demnach nahmen 2017 93,2 Prozent der Schleswig-Holsteiner die
Schleswig-Holsteiner oft beim Arzt
17. Juli 2018
Berlin – Die Kritik am Ruf der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und verschiedener Kassenärztlicher Vereinigungen (KVen) nach einer Notaufnahmegebühr hält an. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl
Weiter Kritik an Vorschlag für Notaufnahmegebühr
16. Juli 2018
Berlin – Um überflüssige Besuche in der Notaufnahme von Krankenhäusern zu verhindern, will der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, notfalls eine Gebühr von den
Notaufnahme: Gassen spricht sich für Gebühr aus
11. Juli 2018
Hannover – Um überflüssige Besuche in der Notaufnahme von Krankenhäusern zu verhindern, hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen erneut die Einführung einer Gebühr vorgeschlagen. „Ich kann
KV Niedersachsen schlägt erneut Gebühr für Notaufnahme vor
11. Juli 2018
Kiel – Menschen in Schleswig-Holstein gehen nach Einschätzung der Barmer häufiger zum Arzt als der Bundesdurchschnitt. 2016 haben demnach 93,4 Prozent der Schleswig-Holsteiner die ambulante ärztliche
Krankenkasse: Schleswig-Holsteiner am häufigsten beim Arzt
25. Juni 2018
Hannover – Die Kassenärztlichen Vereinigungen Niedersachsen und Bremen haben erneut eine Patientengebühr ins Gespräch gebracht, um überfüllte Notaufnahmen von Kliniken zu entlasten. Das stößt auf
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER