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Medizin

Darmkrebs: US-Verband fordert Screening ab 50

Dienstag, 6. März 2012

dpa

Philadelphia – Das American College of Physicians (ACP), der US-Fachverband der Internisten, empfiehlt die Darmkrebsvorsorge ab dem 50. Lebensjahr, überlässt den Ärzten bei Patienten mit normalem Risiko aber die Wahl zwischen Stuhltest, Sigmoidoskopie oder Koloskopie. Eine entsprechende Empfehlung wurde jetzt in den Annals of Internal Medicine (2012; 156: 378-386) publiziert.

Mehrere US-Fachgesellschaften haben in den letzten Jahren Leitlinien zur Darmkrebs­früh­erkennung herausgegeben. Dies hat allerdings nicht verhindert, dass nur etwa 60 Prozent aller Erwachsenen an einer Früherkennung in der einen oder anderen Form teilnehmen. Für die ACP ist dies ein bedauerlicher Umstand.

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Für das Team um Amir Qaseem von der zweitgrößten Ärzteorganisation der USA mit Sitz in Philadelphia steht außer Zweifel, dass viele Darmkrebserkrankungen durch die rechtzeitige Entfernung verdächtiger Adenome vermieden werden können. Dem würden auch die anderen Fachgesellschaften zustimmen.

Das American College of Radiology, das Institute for Clinical Systems Improvement, die U.S. Preventive Services Task Force, die U.S. Multi-Society Task Force on Colorectal Cancer und die American Cancer Society hatten in den letzten Jahren Leitlinien veröffentlicht, die Qaseem und Mitarbeiter jetzt für die Internisten zusammengefasst haben.

Qaseem spricht sich für eine Früherkennung aus, die auf das individuelle Risiko abgestimmt sein sollte. Für Personen ohne Hinweis auf ein erhöhtes Risiko wird eine erste Früherkennung ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. Als Screeningtests werden stuhlbasierte Tests, die flexible Sigmoidoskopie und die optische Koloskopie genannt.

Eine Vorgabe wird hier nicht gemacht. Die Koloskopie sei jedoch generell der Goldstandard für die Darmkrebsfrüherkennung, allerdings geht mit dieser Untersuchung ein geringes Risiko von Blutungen, Perforationen und Nebenwirkungen infolge der Darmvorbereitung einher.

Personen mit erhöhtem Risiko (positive Familienanamnese, positive Eigenanamnese, entzündliche Darmerkrankung) sollten das Screening bereits mit 40 Jahren beginnen, beziehungsweise 10 Jahre früher als das Alter, in dem das jüngste Familienmitglied an Darmkrebs erkrankt war.

Bei Risikopersonen sollte nach Ansicht der ACP immer der optischen Koloskopie der Vorzug gegeben werden. Das Screening sollte bis zum Alter von 75 Jahren regelmäßig wiederholt werden, wobei als Intervalle für die Koloskopie 10 Jahre, für die flexible Sigmoidoskopie 5 Jahre und für den Stuhltest ein Intervall von einem Jahr empfohlen werden. © rme/aerzteblatt.de

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