Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Schottland: Weniger Frühgeburten nach Rauchverbot

Mittwoch, 7. März 2012

Glasgow – Zu den günstigen Folgen des Rauchverbots für die öffentliche Gesundheit zählt auch ein Rückgang der Frühgeburten. Dies zeigen die Erfahrungen aus Schottland, die jetzt in PloS Medicine (2012; 9: e1001175) vorgestellt wurden.

Das Smoking, Health and Social Care Bill verbietet seit dem 26. März 2006 das Rauchen in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden und am Arbeitsplatz. Entgegen anfänglichen Befürchtungen hat sich das Gesetz als außerordentlich erfolgreich erwiesen. Die Exposition mit Passivrauch der Bevölkerung ist deutlich gesunken, berichtet Jill Pell vom Institute of Health & Wellbeing der Universität Glasgow. Die Feinstaubkonzentration (PM 2,5) ging innerhalb von 2 Wochen sogar um 86 Prozent zurück.

Die Befürchtungen, dass die Menschen jetzt vermehrt in Privaträumen rauchen, was die Kinder mehr als zuvor belastet hätte, haben sich nicht bewahrheitet. Auch die Exposition von Schwangeren hat abgenommen. Eine Auswirkung konnte Pell jetzt durch die Analyse des Scottish Morbidity Record (SMR2) ermitteln. Diese Datenbank speichert die Entlassungsdiagnosen von Frauen, die in einer Klinik entbunden wurden. Bei Aufnahme in der Klinik waren die Frauen auch gefragt worden, ob sie derzeit oder früher einmal geraucht haben.

Laut Pell ist der Anteil der aktiven Raucherinnen unter den Gebärenden seit Einführung des Antirauchergesetzes von 25,4 Prozent auf 18,8 Prozent gesunken. Parallel ist auch die Zahl der Frühgeburten um relativ 11,72 Prozent und die Zahl der zu kleinen Kinder (Small for Gestational Age, SGA) um 4,52 Prozent gesunken.

Bei den sehr kleinen Kindern (very Small for Gestational Age, VSGA) kam es zu einem Rückgang um 7,95 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer Multivariatanalyse, die eine Reihe anderer Erklärungen ausschließt. Die Reduktionen waren signifikant und für Pell gibt es keinen Zweifel an der Kausalität.

Der Rückgang setzte übrigens bereits drei Monate vor dem Rauchverbot ein. Auch dies ist für Pell keine Überraschung. Frühere Studien hatten gezeigt, dass seit Januar 2006 die Verordnungen an Nikotinersatzpflastern zugenommen hatten. Viele Schotten hatten schon vor Beginn des Rauchverbots Abstinenzversuche unternommen.

© rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

mediko
am Mittwoch, 7. März 2012, 17:11

Jau - die pure Wissenschaft :-)

Bemerkenswert an dem Artikel: 1.) Knüppel aus dem Sack: Endlich steht mal da, was es ist: "Antirauchergesetz" und nicht "Nichtraucherschutzgesetz"- "Danke" :-)
2.) Oh geheimnisvolle Statistik: Wenn "der Anteil der aktiven Raucherinnen unter den Gebärenden seit Einführung des Antirauchergesetzes von 25,4 Prozent auf 18,8 Prozent gesunken" ist [= relative Verminderung der AKTIVEN (!) Raucherinnen um 26%], die "die Zahl der Frühgeburten um relativ 11,72 Prozent und die Zahl der zu kleinen Kinder (...) um 4,52 Prozent gesunken" ist - "NUR" - muss man ja wohl dazu sagen - wie kann man dann daraus noch einen Effekt des verminderten PASSIVrauchens herausfiltern ?
3.) Naja, nicht wirklich "bemerkenswert": Die Überschrift und "Erfolgsmeldung" der Antiraucher - selbstverständlich sind sie mal wieder wahnsinnig "erfolgreich" und haben auch "keinen Zweifel an der Kausalität". Den haben sie ja nie.

Nachrichten zum Thema

17.11.17
Viele Frühgeborene benötigen schnelle kinderchirurgische Versorgung
Berlin – Auf die große Bedeutung einer zeitnahen kinderchirurgischen Versorgung für viele Frühgeborene hat die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) heute anlässlich des......
11.10.17
Genetischer Risikofaktor für bronchopulmonale Dysplasie bei beatmeten Frühchen
München – Veränderungen im Gen für den Wachstumsfaktor-Rezeptor „Platelet-Derived Growth Factor Receptor alpha“ (PDGFR-alpha) erhöhen das Risiko für eine bronchopulmonale Dysplasie bei beatmeten......
05.10.17
Gehirne von Frühchen wirken im späteren MRT älter
London – Babys, die zu früh auf die Welt kommen, zeigen im Erwachsenenalter auf MRT-Aufnahmen ein Gehirn, das älter aussieht, als es eigentlich ist. Forscher des King´s College London um Chiara......
08.09.17
Gene beeinflussen Länge der Schwangerschaft und Frühgeburtrisiko
Cincinnati – Eine große genomweite Assoziationsstudie (GWAS) hat zur Entdeckung von Varianten in sechs Genen geführt, die die Länge der Schwangerschaft beeinflussen. Darunter waren laut der......
21.08.17
Niedersächsische Langzeituntersuchung zeigt Defizite extrem unreifer Frühgeborener auf
Hannover – Extrem unreife Frühgeborene haben heute zwar weitaus bessere Überlebenschancen als noch in den 1970er-Jahren. Allerdings zeigen sich bei vielen später motorische oder kognitive......
18.08.17
G-BA beschließt jährliche Strukturabfrage für perinatologische Einrichtungen
Berlin – Perinatologische Einrichtungen, dazu gehören Perinatalzentren und Häuser mit perinatalem Schwerpunkt, werden künftig jährlich befragt, ob sie die qualitätssichernden Anforderungen an die......
09.08.17
Schlafstörungen könnten Risiko auf Frühgeburt erhöhen
San Francisco – Schlafstörungen können möglicherweise eine Frühgeburt begünstigen. Eine Fall-Kontroll-Studie in Obstetrics & Gynecology (2017; 130: 573–581) macht auf einen bisher übersehenen......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige