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Medizin

Alzheimer: Donepezil länger wirksam

Donnerstag, 8. März 2012

London – Der Cholinesterase-Inhibitor Donepezil, der bereits bei leichten bis mittelschweren Demenzen eingesetzt wird, hat in einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (2012; 366: 893-903) auch bei fortgeschrittener Alzheimer-Erkrankung das Fortschreiten der Demenz verlangsamt. Die Kombination mit dem NMDA-Rezeptor-Antagonisten Memantin erbrachte keine additive Wirkung.

Donepezil (Aricept) ist heute zur Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz indiziert. In dieser Phase kann das Medikament die Symptome lindern, die Progression der zugrunde liegenden Erkrankung wird jedoch nicht aufgehalten. Bei fortschreitender Demenz fällt es häufig schwer, den Nutzen gegenüber den Nebenwirkungen abzuwägen.

Neben dem Abbruch der Therapie gibt es die Option, auf Memantin zu wechseln, das auch bei schweren Demenzen zugelassen ist oder sogar beide Wirkstoffe zu kombinieren. Die „Donepezil and Memantine in Moderate to Severe Alzheimer's Disease“ oder DOMINO-Studie hat die verschiedenen Strategien an 298 Patienten untersucht, die noch von Familienmitgliedern betreut wurden.

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Die Patienten waren seit mindestens 3 Monaten mit Donepezil behandelt worden und erreichten zu Beginn der Studie noch 5 bis 13 Punkte auf der Standardisierten Mini–Mental State Examination (SMMSE), die von 0 bis 30 reicht, wobei höhere Werte eine bessere kognitive Funktion anzeigen.

Die Studie hatte vier Arme: In den ersten beiden Gruppen wurde die Therapie mit Donepezil abgesetzt und eine Therapie mit Memantin oder Placebo begonnen. In den anderen beiden Gruppen wurde die Therapie mit Donepezil fortgesetzt und mit Memantin oder Placebo kombiniert. Endpunkt waren die Veränderungen im SSME und in der Bristol Activities of Daily Living Scale (BADLS).

Wie Robert Howard vom King's College London und Mitarbeiter berichten, kam es in allen vier Gruppen erwartungsgemäß zu einem Fortschreiten der Demenz in beiden Skalen. Der Abfall war jedoch in den beiden Studienarmen mit fortgesetzter Donepeziltherapie etwas verlangsamt gegenüber einem Abbruch der Therapie.

Der Unterschied zwischen fortgesetzter und abgebrochener Therapie mit Donepezil betrug 1,9 Punkte im SSME und 3,0 Punkte im BADLS. Er lag damit etwas über den vor Beginn festgelegten Grenzwerten für eine klinisch relevante Wirkung von 1,4 Punkten im SMMSE und 3,5 Punkten im BADLS.

Der Wechsel von Donepezil auf Memantin konnte das Fortschreiten der Demenz ebenfalls bremsen. Die Ergebnisse waren jedoch nicht signifikant besser als unter einer fortgesetzten Therapie mit Donepezil. Die Kombination beider Medikamente, eine von der FDA zugelassene und in den USA gängige Strategie, brachte dagegen keine Vorteile gegenüber der Monotherapie mit einer der beiden Wirkstoffe. © rme/aerzteblatt.de

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