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Ausland

Ärzte ohne Grenzen begrüßt Zwangslizenz für ein Medikament in Indien

Montag, 12. März 2012

Neu Delhi/Berlin – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat die Entscheidung des indischen Patentamts begrüßt, erstmals einem Generikahersteller eine Zwangslizenz für ein patentiertes Medikament zuzusprechen. Dabei handelt es sich um das Krebsmedikament Sorafenib Tosylate der Firma Bayer. Der Generikahersteller Natco darf laut der Entscheidung das Medikament gegen die Zahlung einer Lizenzgebühr in Höhe von sechs Prozent der Verkaufserlöse für die nächsten acht Jahre produzieren.

Das Patentamt begründete die Entscheidung damit, dass Bayer es versäumt habe, den Preis für das Medikament auf eine für Patente bezahlbaren Höhe herabzusetzen und es in ausreichender Menge in Indien zur Verfügung zu stellen. Die Entscheidung beendet faktisch das Monopol des Pharmaunternehmens Bayer auf das in Indien, so die Einschätzung von Ärzte ohne Grenzen.

„Diese Entscheidung […]zeigt, dass neuere Medikamente, die unter Patentschutz stehen, trotzdem von Generika-Produzenten zu einem Bruchteil des Originalpreises hergestellt werden können, wenn gleichzeitig Lizenzgebühren an den Originalhersteller gezahlt werden“, sagte Tido von Schön-Angerer, Leiter der Medikamentenkampagne der Hilfsorganisation.

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Im Fall von Sorafenib Tosylate sinken die Behandlungskosten laut Ärzte ohne Grenzen voraussichtlich von mehr als 5.500 US-Dollar pro Monat auf ungefähr 175 US-Dollar, also um fast 97 Prozent.

„Nun sollten sich auch weitere Generikahersteller um Zwangslizenzen, beispielsweise auf HIV/Aids-Medikamente bemühen, wenn sie keine angemessenen freiwilligen Lizenzen bekommen können“, sagte von Schön-Angerer.

© hil/aerzteblatt.de

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