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Ausland

Großteil der Franzosen für aktive Sterbehilfe

Dienstag, 13. März 2012

Paris – Eine große Mehrheit der Franzosen befürwortet laut einer Umfrage die Legalisierung von aktiver Sterbehilfe. Der Studie des Marktforschungsinstituts Harris Interactive für das französische Magazin Grazia zufolge erklärten 91 Prozent der Befragten, aktive Sterbehilfe sollte für Menschen mit unheilbaren Krankheiten und explizitem Wunsch gestattet sein.

Rund 40 Prozent befürworten den Angaben zufolge die Legalisierung von Sterbehilfe in allen Fällen. 51 Prozent seien der Meinung, Sterbehilfe müsse auf Patienten mit nicht zu lindernden Schmerzen beschränkt werden. Sieben Prozent der Befragten sprachen sich gegen eine Legalisierung aus.

Bei unheilbar kranken Patienten, die ihren Willen nicht mehr selbst äußern können, sollen nach Ansicht von 94 Prozent der Befragten Familienmitglieder und ein Ärztegremium über lebensbeendende Maßnahmen entscheiden. 86 Prozent der Befragten können sich der Umfrage zufolge im Fall einer schmerzhaften und unheilbaren Krankheit vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Neun Prozent erklärten, sie würden die Ärzte nicht um Sterbehilfe bitten.

Vor einigen Tagen hatte eine Kampagne der Sterbehilfe-Vereinigung „Recht auf würdiges Sterben“ in Frankreich für Schlagzeilen gesorgt. Fotomontagen zeigten Staatspräsident Nicolas Sarkozy sowie die Politiker Marine Le Pen und Francois Bayrou im Krankenbett.

Sie alle hatten angekündigt, nach der Wahl das geltende Gesetz zu Sterbehilfe beibehalten zu wollen. Demnach ist passive Sterbehilfe erlaubt, wenn die Entscheidung nach Beratungen mit den Angehörigen von mindestens zwei Ärzten gemeinsam getroffen wird.

Nach einem Gesetz von 2005 ist aktive Sterbehilfe in Frankreich strafbar. Ärzte dürfen die Behandlung unheilbar Kranker jedoch stoppen oder begrenzen, wenn der Patient dies wünscht. © kna/aerzteblatt.de

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