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21-Milliar­den-Dollar-Klage gegen kanadische Tabak­konzerne

Dienstag, 13. März 2012

Montreal – Im kanadischen Montreal hat ein Prozess gegen drei große Tabakkonzerne begonnen, bei dem knapp zwei Millionen Raucher und Ex-Raucher umgerechnet rund 21 Milliarden Euro Schadenersatz fordern. Der Anwalt Bruce Johnston warf den Konzernen zum Auftakt der Verhandlung gestern vor dem Obersten Gericht von Québec „Verlogenheit“ vor, indem sie bewusst „schädliche Produkte“ verkauft und die mit Tabak verbundenen Risiken verharmlost hätten.

Die beiden Sammelklagen, die zum bislang größten Zivilprozess der kanadischen Geschichte zusammengefasst wurden, richten sich gegen die drei größten Tabakproduzenten Kanadas: Imperial Tobacco, JTI-Macdonald und Rothmans Benson & Hedges.

Zur ersten Sammelklage haben sich 90.000 an Krebs erkrankte Raucher und frühere Raucher aus der Provinz Québec zusammengeschlossen, die jeweils umgerechnet 80.000 Euro Schadenersatz verlangen. In der zweiten Klage fordern 1,8 Millionen Raucher jeweils rund 8000 Euro Schadenersatz. Wegen Verfahrensstreitigkeiten hatte sich der Prozessbeginn 13 Jahre lang hingezogen.

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In seinem Eingangsplädoyer stellte Kläger-Anwalt Johnston die Marketingstrategien der Tabakkonzerne infrage, über die „falsche Informationen“ verbreitet worden seien. Überdies seien in den Zigaretten nicht die Teile des Tabaks verwendet worden, die einen niedrigen Nikotingehalt hätten.

Johnston forderte die Richter zu einer Untersuchung auf, ob die Konzerne „eine Verschwörung“ eingegangen seien, damit die Tabakkonsumenten nicht über die Gefahren informiert würden. Er beschuldigte die Konzerne, „einen Stall voll Wissenschaftler“ engagiert zu haben, damit diese Studien über die negativen Folgen des Tabakkonsums infrage stellten. Ein weiterer Anwalt der Kläger, André Lespérance, warf den Konzernen vor, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Gesundheitsgefahren durch Tabakkonsum zurückgehalten oder sogar zerstört zu haben.

Die Verteidigung zeigte sich von den Vorwürfen unbeeindruckt. Die Anklage habe keinerlei Beweise, sagte Deborah Glendinning, Anwältin von Imperial Tobacco. „Rauchen ist eine freiwillige Sache, die Leute aus verschiedenen Gründen tun, und sie müssen selbst die Verantwortung dafür übernehmen.“ Chris Koddermann von Rothmans Benson & Hedges sagte, die Folgen des Rauchens seien „seit Jahrzehnten bekannt“.

Cécilia Létourneau, eine der Klägerinnen und Sprecherin der Opfer des Tabakkonsums, ließ solche Aussagen nicht gelten. „Als ich anfing zu rauchen, spielte Fernsehwerbung noch eine große Rolle“, sagte sie am Rande des Prozesses. „Und da sah man strahlende Frauen rauchen - es bedeutete, modern zu sein, eine selbstbewusste Frau zu sein.“ © afp/aerzteblatt.de

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WillBerlin
am Mittwoch, 14. März 2012, 02:37

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vielleicht sollten wir Ideen austauschen, wie man an Geld kommen kann als Opfer und ohne was dafür zu tun.
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