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Medizin

Leukämie: Überlebensrate bei Kindern weiter gestiegen

Dienstag, 13. März 2012

Denver – Obwohl in den letzten Jahren keine neuen Medikamente eingeführt wurden, haben sich die Heilungschancen der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) im Kindes- und Jugendalter weiter verbessert. Laut einer Auswertung von US-Daten im Journal of Clinical Oncology (2012; doi: 10.1200/JCO.2011.37.8018) überleben heute neun von zehn Patienten die Erkrankung.

Die Therapie der ALL im Kindesalter ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Unbehandelt verläuft die Erkrankung tödlich. In den 60er Jahren lag die 5-Jahresüberlebensrate noch bei unter 10 Prozent. Der Durchbruch kam mit der Einführung der Chemotherapie mit Methotrexat, Cytarabin und 6-Mercaptopurin: Zwischen 1985 und 1994 stieg die 5-Jahresüberlebensrate auf 77 Prozent. Zwischen 1990 und 1994 überlebten bereits 84 Prozent. Heute, das heißt bei einer Behandlung in den Jahren 2000 bis 2004, ist die 5-Jahresüberlebensrate auf knapp über 90 Prozent angestiegen, wie die Gruppe um Stephen Hunger vom University of Colorado Cancer Center in Denver mitteilt.

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Hunger hat die Daten der Children's Oncology Group ausgewertet. Dieser Zusammenschluss von pädiatrischen Onkologen behandelt in den USA etwa 55 Prozent aller Kinder und Jugendlichen, die an einer ALL erkranken. Alle diese Kinder werden in klinische Studien einbezogen – dieser hohe Anteil ist eine weitere Besonderheit in der Krebstherapie – mit dem Ziel, die Therapieergebnisse weiter zu optimieren. In den letzten Jahren wurden keine neuen Medikamente eingeführt. Die Grundprinzipien der Therapie haben sich laut Hunger wenig geändert. Es sei jedoch gelungen, die Therapie besser auf die Patienten anzupassen und die Risiken zu minimieren.

Ein wesentliches Risiko der Therapie sind tödliche Infektionen. Sie sind der Grund, warum die Ergebnisse sich bei Säuglingen in der letzten Dekade nicht verbessert haben. In der Altersgruppe unter einem Jahr überlebt nach wie vor nur jedes zweite Kind die ALL. In der letzten Dekade konnte zwar die Häufigkeit von Todesfällen an Rezidiven der ALL in dieser Altersgruppe von 43 auf 27 Prozent gesenkt werden.

Die Intensivierung der Therapie hatte jedoch einen Anstieg der therapiebedingten Todesfälle von 4 auf 14 Prozent zur Folge, berichtet Hunger. Probleme bereitet den Forschern weniger die Leukämie als das im ersten Lebensjahr noch unterentwickelte Immunsystem, das den Säugling unter der Therapie gegenüber Infektionen hilflos macht. Hunger hofft allerdings, dass auf diesem Gebiet weitere Fortschritte möglich sind. Die Onkologen möchten die Überlebensrate auf deutlich über 90 Prozent steigern. © rme/aerzteblatt.de

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