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Ärzteschaft

Schmerztherapeuten fordern Facharzt für Schmerzmedizin

Mittwoch, 14. März 2012

Frankfurt – Enttäuscht über die Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen hat sich die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie geäußert. „Wir sind mit unseren Bemühungen gescheitert, die Versorgung von Schmerzpatienten in Deutschland nicht nur punktuell, sondern nachhaltig und flächendeckend sicherzustellen“, sagte der Präsident der Fachgesellschaft und Tagungspräsident Gerhard Müller-Schwefe auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt.

Die Erkenntnisse der Schmerzforschung und Schmerzmedizin würden nicht zum Nutzen der Patienten umgesetzt, weil gesundheits- und standespolitische Rahmenbedingungen dies verhinderten. Darum sei es nicht verwunderlich, dass Schmerzpatienten mit ihrer Behandlung vielfach unzufrieden seien.

Die Defizite haben laut Müller-Schwefe damit zu tun, dass die Schmerzmedizin im Medizinsystem nicht als eigenständiges Fachgebiet etabliert ist. Sie sei deshalb auch kein obligatorischer Teil in die Aus- und Weiterbildung der Ärzte. In den Leistungsverzeichnissen der Krankenkassen finde sich Schmerz „überall ein bisschen“ aber immer nur als Symptombehandlung, nicht mit den Diagnostik- und Behandlungsoptionen, die Patienten mit einer chronischen Schmerzkrankheit benötigten, so Müller-Schwefe.

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Dies wiederum beeinflusse die Vergütung schmerztherapeutischer Leistungen und sorge für Nachwuchsmangel bei den Schmerztherapeuten. „Fortschritte für die betroffenen Patienten wird es nur dann geben, wenn die Schmerzmedizin als eigenständiges und gleichwertiges Fach mit entsprechenden Lehr- und Weiterbildungsinhalten an den Universitäten auf allen Ebenen der medizinischen Lehre und Forschung etabliert ist, so Präsident der Fachgesellschaft.

© hil/aerzteblatt.de

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Avatar #649466
bepainfree.de
am Freitag, 6. April 2012, 20:46

Unwissenheit und Scheu vor dem System

Viele Ärzte scheuen generell Konfrontationen mit dem System. Wer kann Ihnen das auch verübeln. Oftmals werden die Schmerzpatienten nach Beendigung der Schmerztherapie wieder ihrem Hausarzt "überlassen". Die sind jedoch größtenteils mit dieser Materie überfordert. Sie haben auch gar nicht die Zeit um sich im Alltagsgeschäft näher mit dem Thema zu befassen.
Und die wenigen Fachärzte für Schmerzen die es heute schon unter der Bezeichnung. Arzt "für spezielle Schmerztherapie" gibt - haben auch nur einen kleinen Blick ins "system" geworfen. Es gibt viele Ärzte die zwar den "Schein" haben, die Patienten schlicht aber gar nicht verstehen. Wer Schmerzen behandeln will - muss sie zuerst verstehen lernen. Das geht aber nicht "mal eben" über ein paar Wochenendseminare. Das muss Substanz bekommen!
Nur dann sind auch die Patienten mit der Ihnen entgegengebrachten Wertschätzung zufrieden.
Nicht umsonst habe ich als langjähriger Schmerzpatient den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt (mit einem Tagebuch: www.bepainfree.de) - um auf die Misstände aufmerksam zu machen.
Viele Überhören die Kritik einfach oder schieben es auf das so schlimme Gesundheitssystem in Deutschland.
Avatar #98372
Thelber
am Mittwoch, 14. März 2012, 21:40

Jeder hält seinen Bauchnabel ...

... für unentbehrlich.
Letztendlich berichten mir immer wieder dem Schmerztherapeuten zugewiesene Patienten: "Ohne Moos nix los". Sprich: Wer keine Akupunktur bezahlen kann oder will, der muss sich einen anderen Kollegen suchen, der die schmerztherapeutischen Verordnungen ausstellt ....
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