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Ärzteschaft

KBV drängt auf Abschaffung der Praxisgebühr

Donnerstag, 15. März 2012

Berlin – In der Diskussion um die Überschüsse in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung drängt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) darauf, die Praxisgebühr abzuschaffen. „Aktuell wendet jeder niedergelassene Arzt und sein Praxisteam jährlich rund 120 Stunden auf, um die Praxisgebühr einzubehalten und zu quittieren. Diese Zeit brauchen die Kollegen dringend für die Versorgung der Patienten“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Köhler, heute in Berlin.

Er wies daraufhin, dass der Einzug der Gebühr jede Praxis pro Jahr rund 4.100 Euro koste. Das seien insgesamt rund 360 Millionen Euro. Rund eine Million Mahnverfahren gebe es in jedem Jahr.

Noch ist die Bundesregierung uneins, was mit den Überschüssen der GKV von insgesamt rund 19,5 Milliarden Euro geschehen soll. „Die Praxisgebühr sollte abgeschafft werden. Als Alternative böte es sich an, die Praxisgebühr für zwei bis drei Jahre auszusetzen, um dann einen gemeinsamen Weg zu finden und Modelle zu entwickeln, um die von der Praxisgebühr nicht erfüllte Steuerungsfunktion auf anderem Wege zu erreichen“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Heinz Lanfermann heute in Berlin.

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Die aktuellen Überschüsse in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung beruhten auf Beiträgen der Versicherten in Milliardenhöhe. „Dieses Geld gehört einzig und allein den Versicherten. Die Abschaffung der Praxisgebühr wäre der beste Weg, den Versicherten ein Teil dieses Geldes zurückzugeben und gleichzeitig ein bürokratisches und sinnloses Instrument abzuschaffen“, sagte er. Auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat sich für die Abschaffung der Praxisgebühr ausgesprochen. Dadurch würden die Bürger entlastet und die Bürokratie für die Ärzte deutlich gesenkt, sagte Nahles in Berlin. Linke-Parteichefin Gesine Lötzsch argumentierte, die Praxisgebühr treffe vor allem Arme, die wichtige Arztbesuche wegen der Kosten aufschöben. Dadurch würden die Behandlungskosten im Endeffekt teurer. © hil/aerzteblatt.de

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