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Ärzteschaft

Montgomery betont Bedeutung der PKV

Donnerstag, 15. März 2012

Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat die Bedeutung der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) für das deutsche Gesundheitswesen betont. „Die Koexistenz von gesetzlicher und privater Kran­ken­ver­siche­rung zählt zu den Stärken des deutschen Gesundheitssystems“, sagte deren Präsident Frank Ulrich Montgomery heute in Berlin. Dieses Zwei-Säulen-System habe in der Vergangenheit die Nachteile staatlicher Systeme mit langen Wartelisten, Einschränkungen der Patientensouveränität und Zweiklassenmedizin vermieden.

Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn hatte gestern in einem Interview mit der Welt die PKV kritisiert: Sie habe teilweise „existenzielle Probleme“. Stetig steigende Kosten führten zu steigenden Beiträgen. „Von neun Millionen Privatversicherten sind über vier Millionen Beamte und Pensionäre und knapp zwei Millionen Selbstständige. Der Polizeibeamte oder der Taxifahrer sind aber nicht reich. Für sie sind Beitragssteigerungen von 30, 50 oder 70 Prozent binnen weniger Jahre eine enorme Belastung. Das ist mittlerweile eine sozialpolitische Frage“, so Spahn in dem Interview.

Montgomery wies hingegen darauf hin, dass die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung in erheblichem Maße von der PKV profitiere. „Wir fordern Politiker aller Parteien auf, die PKV im Interesse eines langfristig funktionsfähigen und finanzierbaren Gesundheitswesens nachhaltig zu stärken, anstatt sie durch Diskussion um einen einheitlichen Versicherungsmarkt zu unterminieren“, sagte er.

Auch die Mittelstandsvereinigung (MIT) der Union ist strikt gegen die Öffnung der privaten Kran­ken­ver­siche­rung für alle Bürger. Diesen Vorstoß des CDU-Politikers Jens Spahn bezeichnete der MIT-Vorsitzende Josef Schlarmann am Donnerstag als populistisch, unausgegoren und gegen die Werte der Union gerichtet. Spahn bringe das bewährte Zwei-Säulen-System aus Gesetzlicher und privater Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) in Verruf.

Konsequenz aus Spahns Vorschlag wäre ein vereinheitlichtes Versicherungssystem, eine „Bürgerversicherung light”, sagte Schlarmann. Der Mittelstand wolle jedoch Wettbewerb um Leistungen, Preise und Qualität. Derzeit sei die PKV das einzige Versicherungssystem, in dem Rücklagen für die demografische Entwicklung gebildet würden. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #88255
doc.nemo
am Freitag, 16. März 2012, 09:42

Bedeutung der PKV

Da kann ich normalerdoktor nur zustimmen. Die PKV gehört nicht „reformiert“, sondern abgeschafft. Sie zockt ihre wehrlosen älteren Mitglieder ab und wird von den niedergelassenen Ärzten zur Querfinanzierung von Kassenpatienten missbraucht. Was wir brauchen ist eine Einheitskasse für alle, für deren Beiträge sämtliche Einkünfte herangezogen werden und die keine starre Beitragsbemessunggrenze kennt.
Avatar #648603
normalerdoktor
am Freitag, 16. März 2012, 05:15

Schämen muss man sich!

...als Arzt für so einen Präsidenten und seine Kollegen. Unverhohlen wird der Erhalt eines Versicherungssystems gefordert welches soziale Ungerechtigkeit befördert und die Wohlhabenden und sehr Wohlhabenden aus ihrer sozialen Verantwortung entlässt. Durch solche beschämenden Positionierungen für den Geldbeutel der Ärzteschaft wird einmal mehr das Bild der nimmersatten und nur am Eigennutz interessierten Ärzte befördert. Aber wir haben wohl den Präsidenten, den wir verdienen...
LNS

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