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Deutsches DRG-System hat für China Vorbildcharakter

Donnerstag, 15. März 2012

Berlin ­ „Das deutsche DRG-System ist das beste der Welt. Es war sehr eindrucksvoll, die Anwendung dieses Systems in der Praxis zu erleben“, sagte Xiaojun Shao vom „China National Health Development Research Center“ (CNHDRC) im Anschluss an einen Workshop der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin (DCGM) in Berlin. Führungskräfte aus chinesischen Krankenhäusern hatten in den vergangenen vier Tagen unter anderem das Unfallkrankenhaus Berlin, das Deutsche Herzzentrum Berlin und das Helios Klinikum Berlin-Buch besucht.

Interessant sei das deutsche DRG-System, weil es zum Beispiel Krebs, die Behandlung schwerwiegender und komplexer Krankheitsverläufe sowie künftig auch psychische Erkrankungen abbilde, so Shao.

Das CNHDRC entwickle derzeit ein Kodierungssystem für chinesische Krankenhäuser. Dies solle in den kommenden Jahren in ein DRG-System weiterentwickelt werden, das den chinesischen Bedingungen Rechnung trage. Zum Beispiel werde auch die Traditionelle Chinesische Medizin mit aufgenommen sowie Leistungen aus einem vorstationären Bereich. Insofern werde es mehr Fälle enthalten als das deutsche System.

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Im Jahr 2009 hat die chinesische Regierung eine umfassende Gesundheitsreform angestoßen, deren oberstes Ziel es ist, der Bevölkerung einen universellen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Im Rahmen dieser Reform soll das chinesische DRG-System zunächst an einzelnen Pilotkrankenhäusern getestet und dann bis 2020 landesweit ausgerollt werden, erklärte Shao. Interesse zeigte die chinesische Delegation darüber hinaus auch an deutschen Disease Management Programmen, an telemedizinischen Anwendungen und an Arzneimittelbewertungen.

Im Februar dieses Jahres hatte, vermittelt durch die DCGM, der erste Teil des Workshops in Peking stattgefunden. In Deutschland seien nun die Konsequenzen des DRG-Systems für deutsche Krankenhäuser thematisiert worden, sagte der Leiter des Institute for International Health Management und Koordinator des Workshops, Rainer Sibbel.

Dazu gehörten sowohl die Transparenz als auch der Effizienzdruck, der zu einer Reduzierung der Bettenzahl in den Krankenhäusern und der Verweildauer der Patienten geführt habe. Trotz des erhöhten wirtschaftlichen Druck sei es jedoch zu keinen Qualitätseinbußen gekommen, wie eine Studie des IGES-Instituts gezeigt habe.

Die Leiterin der DCGM-Geschäftsstelle, Renate Hess, zeigte sich mit dem Workshop zufrieden. „Die Zusammenarbeit mit unseren chinesischen Kollegen und Freunden ist sehr eng und für beide Seiten produktiv und lehrreich“, sagte Hess. Die Kooperation werde auch in Zukunft weiter intensiviert werden. © fos/aerzteblatt.de

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