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Großbritannien: Ältere Menschen sehen legale Sterbehilfe skeptisch

Freitag, 16. März 2012

London – Vor allem ältere Menschen in Großbritannien stehen einer Legalisierung von Sterbehilfe skeptisch gegenüber. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut ComRes im Auftrag der Anti-Sterbehilfe-Gruppe ALERT durchführte.

Demnach befürchteten rund 45 Prozent der Befragten über 65 Jahre, ältere oder behinderte Menschen könnten das Gefühl haben, ihr Leben sei weniger wert, wenn lebensbeendende Maßnahmen vom staatlichen Gesundheitssystem finanziert würden. 24 Prozent erklärten dagegen, die Betroffenen würden ihr Leben dadurch als wertvoller ansehen. Im Durchschnitt aller Altersgruppen waren 37 Prozent der Befragten der Meinung, das Leben könnte dadurch als weniger wert angesehen werden; 33 Prozent glaubten, es werde dadurch eher als wertvoller wahrgenommen.

Beihilfe zum Suizid ist in England ein Straftatbestand, der mit bis zu 14 Jahren Haft belegt werden kann. Obwohl mehr als 100 totkranke Briten in den vergangenen zehn Jahren ihr Leben in ausländischen Kliniken beendeten, wurde bislang niemand wegen Sterbehilfe strafrechtlich verfolgt.

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Im Februar 2010 hatte die Staatsanwaltschaft zwar neue Richtlinien zum Umgang mit solchen Fällen verabschiedet; zu strafrechtlichen Konsequenzen für die betreffenden Freunde und Angehörigen der Getöteten hat dies jedoch bislang nicht geführt.

Anfang Januar hatte die „Commission on Assisted Dying“ unter Leitung des früheren Generalstaatsanwalts und Lordkanzlers Lord Falconer einen Vorstoß für eine Liberalisierung der Sterbehilfe veröffentlicht.

Demnach sollen Volljährige, die unheilbar krank sind und eine Lebenserwartung von weniger als einem Jahr haben, einen assistierten Suizid wählen können. Voraussetzung sei, dass die Betreffenden nicht geistig beeinträchtigt seien und die Sterbeabsicht mit zwei unabhängigen Ärzten erörtert werde. © kna/aerzteblatt.de

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