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Politik

Protest gegen Stellenabbau am Uniklinikum Gießen und Marburg

Montag, 19. März 2012

dpa

Marburg – Mehr als 2.000 Menschen haben am Samstag gegen den drohenden Stellenabbau am privatisierten Universitätsklinikum Gießen und Marburg demonstriert. Ärzte, Pflegekräfte, Patienten, Politiker und Gewerkschafter zogen mit Fahnen, Plakaten und Trillerpfeifen durch die Marburger Innenstadt. „Der Stellenabbau ist nicht zu akzeptieren“, sagte Betriebsrat Klaus Hanschur auf einer Kundgebung vor dem Rathaus. „Da fährt das Klinikum gegen die Wand.“

Krankenschwester Urte Sperling sagte: „Es kann nicht sein, dass Boni durch Senkung der Personalkosten erwirtschaftet werden. Die Zitrone ist ausgepresst. Mehr geht nicht.“ Seit bekannt wurde, dass der Krankenhausbetreiber Rhön Personal abbauen will, erlebten die Mitarbeiter einen „Sturm der Solidarität“, sagte Betriebsrätin Bettina Böttcher.

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Im vergangenen Jahr hatte das privatisierte Klinikum einen Rekordgewinn von 15,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Für dieses Jahr befürchtet die Geschäftsleitung angesichts des Kostendrucks im Gesundheitswesen jedoch ein Minus von zehn Millionen Euro und sucht daher nach Sparmöglichkeiten. Es sei aber nicht geplant, 500 Menschen auf die Straße zu setzen, erklärte Klinik-Sprecher Frank Steibli am Samstag.

Dagegen beklagte Gewerkschaftssekretär Georg Schulz-Ziehaus, dass es bereits jetzt einen „kalten Stellenabbau“ gebe, bei dem auslaufende und frei werdende Stellen nicht wieder besetzt würden. Zu der Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam für unser Klinikum - Gesundheit ist keine Ware“ hatte ein breites Bündnis aus Bürgern, Gewerkschaftern, Ärzteorganisationen und Politikern aufgerufen. © dapd/aerzteblatt.de

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Avatar #87388
Andreas Skrziepietz
am Dienstag, 20. März 2012, 18:15

wo der Krankenpfleger ausser Ihnen noch 20 weitere Patienten zu versorgen hat.

Es herrscht also Personalmangel. Und was tut man in der Marktwirtschaft dagegen? Man verbessert das Angebot. Nicht so beim Gesundheitswesen, wo die Beschäftigten dafür streiken, daß alles beim alten bleibt oder sogar auf Gehalt verzichten (z.B. Klinikum Hannover). Meine Theorie ist ja, daß nur noch die Unintelligenteren im Krankenhaus arbeiten, weil alle anderen begriffen haben, das man in allen anderen Branchen deutlich besser verdient.
Avatar #93009
KirstenS
am Montag, 19. März 2012, 17:00

Profit auf Kosten von Patienten?

Sie als Patient hätten Angst sich diesen Leuten, die sich für Ihre bessere Versorgung einsetzen, anzuvertrauen, hätten aber kein Problem damit, wenn auf Ihre Kosten Profit gemacht wird? Interessant!
Da das hier das Ärzteblatt ist, gehe ich mal davon aus, dass Sie auch Arzt sind. Ich hoffe Sie sind nicht in der direkten medizinischen Versorgung tätig - naja, wenn ich darüber nachdenke wünsche ich auch keinem, dass Sie irgendwo in der Geschäftsführung sitzen. Was ich Ihnen aber wünsche ist einmal für ein paar Tage einer dieser Patienten zu sein auf dessen Kosten Profit gemacht wird - also z.B. auf einer Station zu liegen, wo der Krankenpfleger ausser Ihnen noch 20 weitere Patienten zu versorgen hat.
Sorry, wenn das etwas spitz formuliert ist, aber auf eine Demo mit 2000 Leuten, die sich gegen Stellenabbau und Verschlechterung der Pflege bzw. der medizinischen Versorgung einsetzen, mit "Wie dumm darf man sein?" zu reagieren, ist wirklich ziemlich grenzwertig!
Avatar #87388
Andreas Skrziepietz
am Montag, 19. März 2012, 14:50

Wie dumm darf man sein?

Als Patient hätte ich echt Angst, mich sochen Leuten anzuvertrauen. gegen profit an sich ist doch nichts einzuwenden, gerne auch auf Kosten der patienten. Nur sollte der profit auch den Beschäftigten zu gute kommen und nicht den Aktionären.
LNS

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