Vermischtes
Tuberkulose: Zahl der Neuerkrankungen gestiegen
Montag, 19. März 2012
CDC |
Der leichte Anstieg bei Kindern könnte laut RKI ein erster Hinweis auf eine mögliche Stagnation oder sogar einen Wiederanstieg der Erkrankungszahlen insgesamt in den kommenden Jahren in Deutschland sein, wie dies in einzelnen Ballungsräumen wie Frankfurt am Main oder Berlin bereits beobachtet werde.
Insgesamt erkrankten 2010 in Deutschland 4.330 Menschen an Tuberkulose und damit kaum weniger als 2009, als 4419 Fälle registriert wurden. Die Zahl der an Tbc gestorbenen Patienten sank im selben Zeitraum von 164 auf 136.
„In Anbetracht der Schwere der Krankheit und der Behandlungsdauer von mindestens sechs Monaten ist das noch immer eine viel zu hohe Zahl von Erkrankungen", erklärte RKI-Präsident Reinhard Burger. Während bis 2008 die jährlichen Erkrankungsraten in Deutschland deutlich gesunken waren, fiel der Rückgang in den vergangenen Jahren viel geringer aus, was laut RKI ein weiterer Hinweis für eine mögliche Trendwende sein könnte.
Weltweit gehört die Tuberkulose zu den verbreitesten Erkrankungen. Für das Jahr 2010 schätzte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zahl der Neuerkrankungen auf 8,8 Millionen, davon etwa 1,1 Millionen Todesfälle. Die meisten Erkrankungen werden in Asien und Afrika registriert. Auch in Europa nehmen die Zahlen zu. Tbc ist unter anderem in den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion ein großes Problem.
Eine erfolgreiche Behandlung erfordert eine Kombination von mehreren Medikamenten über mindestens sechs Monate oder einen noch längeren Zeitraum. Die lange Behandlungsdauer und Nebenwirkungen sind oft Ursache eines Therapieabbruches. Die gegen Antibiotika resistenten Tuberkulose-Formen sind daher ein zunehmendes Problem. Am 24. März, dem Welt-Tuberkulose-Tag, wird alljährlich auf die Krankheit aufmerksam gemacht. Der Erreger wurde vor 130 Jahren von Robert Koch entdeckt. © hil/aerzteblatt.de

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